Zeitung in Uganda beginnt mit Hatz gegen Lesben und Schwule

Nur wenige Tage, nachdem Ugandas Präsident Yoweri Museveni ein umstrittenes Gesetz unterschrieben hat, das Lesben und Schwule für wiederholten Sex lebenslang ins Gefängnis stecken kann, hat in dem afrikanischen Land die Homo-Hatz begonnen. Eine unrühmliche Rolle nimmt dabei erneut die Zeitung „Red Pepper“ ein.

Das Boulevardblatt titelte gestern mit der Schlagzeile: „Aufgedeckt! Die Namen von Ugandas 200 Top-Homos“. Unter den Aufgeführten sind ugandische Homosexuellen-Rechtler wie Pepe Julian Onziema. Er hatte mehrfach gewarnt, dass das neue Gesetz Gewalt gegen Schwule und Lesben auslösen könnte. Auch auf der Liste ist die Aktivistin Kasha Jacqueline Nabagesera, die erst vor wenigen Monaten für ihr Engagement den Menschenrechtspreis der Stadt Nürnberg erhalten. hat. „Die Hexenjagd in den Medien ist zurück“, twitterte sie, als sie die Schlagzeile des „Red Pepper“ sah.

Die Angst ist begründet: Als der „Red Pepper“ und das Konkurrenzblatt „Rolling Stone“ – das nichts mit dem Musikmagazin zu tun hat – im Jahr 2010 eine ähnliche Liste veröffentlichte, wurde der Schwulenaktivist David Kato kurz darauf brutal ermordet.

Kenner der Situation gehen davon aus, dass es nun wieder zu Gewalt gegen die Genannten kommen könnte. Auch die größte Lesben- und Schwulengruppe des Landes, Sexual Minorities Uganda (SMUG), erklärte, dass die erneute Kampagne für die so geouteten Männer und Frauen „sehr gefährlich“ sei.

Unterdessen hat der niederländische Justizstaatssekretär Fred Teeven von der rechtsliberalen VVD angekündigt, dass die Niederlande Asylanträge von homosexuellen Ugandern wegen der „drakonischen“ Maßnahmen unbürokratischer bewilligen werden.