Kroatien beschließt Eingetragene Partnerschaft

Das kroatische Parlament hat mit großer Mehrheit die Einführung von Eingetragenen Partnerschaften für schwule und lesbische Paare beschlossen. Das Gesetz soll am 1. September in Kraft treten.

Die Vorlage der Mitte-Links-Regierung wurde mit 89 zu 16 Stimmen angenommen. Als das Ergebnis bekannt wurde, applaudierten die meisten Abgeordneten – nur nicht jene der nationalkonservativen HDZ: Sie verließen unter Protest den Saal.

Die HDZ forderte, dass Standesbeamte die Schließung von gleichgeschlechtlichen Partnerschaften aus religiösen Gründen ablehnen können dürfen. Doch damit blitzten sie ab: Die Regierung lehnte die Forderung als diskriminierend ab.

Fast gleiche Rechte wie Ehepaare

Die Eingetragene Partnerschaft bringt gleichgeschlechtlichen Paaren in Kroatien fast die gleichen Rechte wie Ehepaaren. Nur das Adoptionsrecht bleibt ihnen verwehrt. „Wir glauben, dass das Gesetz angesichts der augenblicklichen gesellschaftlichen Verhältnisse ein Kompromiss ist, der keine weiterführenden Spannungen in der kroatischen Gesellschaft erzeugt“, so Arsen Bauk, Minister für die öffentliche Verwaltung.

Denn vor etwa einem halben Jahr hat sich die kroatische Bevölkerung in einem Referendum dafür ausgesprochen, die Ehe in der Verfassung als Verbindung von Mann und Frau zu definieren. Vorangetrieben wurde das Referendum von der römisch-katholischen Kirche. Für Ministerpräsident Zoran Milanović war die Abstimmung ein „trauriges und sinnloses Referendum“ – zumal die Öffnung der Ehe in Kroatien nie auf dem Plan stand.