Römischer Bürgermeister erkennt homosexuelle Ehepaare an

Für Zoff in der italienischen Innenpolitik sorgt der römische Bürgermeister Ignazio Marino. Er hat Mitte des Monats 16 gleichgeschlechtliche Paare aus Italien ins Kapitol eingeladen und ihre im Ausland geschlossenen Ehen offiziell ins Register der Stadt eingetragen.

Die Eheschließung von gleichgeschlechtlichen Paaren ist in Italien verboten. Auch gibt es keine Eingetragenen Partnerschaften. Die Eintragung im Ausland geschlossener gleichgeschlechtlicher Ehen ist aber ein Graubereich, den vor allem Bürgermeister in den großen Städten gerne nutzen.

Dem entsprechend ärgert sich auch konservative Innenminister Angelino Alfano. „Die Unterschrift von Marino kann nicht das Gesetz ersetzen. Er hat diesen Paaren praktisch ein persönliches Autogramm gegeben“, erklärt er. Er forderte die Polizeichefs auf, die standesamtliche Eintragung von Homo-Ehen zu annullieren.

Doch davon lässt sich der römische Bürgermeister nicht beeindrucken. „Alfano lebt im falschen Jahrhundert“, lässt Ignazio Marino ausrichten. Der Tag der Eintragung war „ein strahlender Samstag. Wir hoffen, dass es bald ein ganz normaler Tag ist, weil wir glauben, dass alle Menschen gleich sind und die gleichen Rechte haben“, so der Mitte-Links-Politiker weiter.

Applaus gab es dafür von links: „Auch auf dem Kapitolshügel weht der Wind der Freiheitsrechte“, freut sich der offen schwule Oppositionspolitiker Nichi Vendola, Chef der Linkspartei SEL und Präsident der süditalienischen Region Apulien.