Montag, 24. Juni 2024
HomeAllgemeinDutzend Neonazis überfiel schwules Paar in Madrid

Dutzend Neonazis überfiel schwules Paar in Madrid

Meistgelesen

Neu auf GGG.at

Ein rechtsradikales Gewaltverbrechen gegen ein schwules Paar hat sich in der spanischen Hauptstadt Madrid ereignet: Wie die Tageszeitung „El Pais“ berichtet, haben zwölf Rechtsradikale haben ein junges schwules Paar verprügelt. Einer der beiden Männer musste im Krankenhaus behandelt werden, die Täter konnten flüchten.

Es war am Freitag, gegen 20 Uhr: Die beiden Männer, 17 und 23 Jahre alt, saßen mit einem Freund am Tempel von Debod – einem beliebten Treffpunkt in der spanischen Hauptstadt. Der ägyptische Tempel war in den 1960er Jahren beim Bau des Assuan-Staudamms nach Madrid verschifft worden und sich seit 1972 öffentlich zugänglich.

Plötzlich stört ein Gruppe in schwarzer Neonazi-Kluft das Trio. Elf Männer und eine Frau fragten sie, ob sie „Faschisten“ oder „Schwuchteln“ seien. Zeit für eine Antwort blieb nicht – die Neonazis nahmen dem Trio eine Flasche Rum, die sie gerade tranken, ab, stänkerten ein wenig. Dann prügelten auf das schwule Paar ein und beschimpften es homophob.

- Werbung -

Die Neonazis traten den 17-Jährigen auf den Kopf, dann schlugen sie ihm ins Gesicht. Seinem Freund schlugen sie ebenfalls auf den Kopf. Der Dritte in der Runde hat es geschafft, vor der Meute davonzulaufen.

Die Attacke dürfte nicht geplant gewesen sein – und so plötzlich, wie die Angreifer auftauchten, waren sie auch wieder weg. Bis jetzt konnten sie nicht gefasst werden.

Das Paar hatte Glück im Unglück: Der 17-Jährige, den „El Pais“ als „Manuel“ bezeichnet, musste wegen Nacken- und Augenverletzungen im Krankenhaus behandelt werden. Besonders tragisch: Der junge Mann war erst vor drei Monaten aus Galizien nach Madrid gekommen, weil er in seiner Heimat als schwuler Man gemobbt wurde. Beide Männer werden mittlerweile psychologisch betreut.

Als Konsequenz aus dem Angriff möchte die lokale Lesben-, Schwulen- und Transgenderorganisation COGAM bei einem Treffen mit der Stadtverwaltung von Madrid besprechen, wie künftig Gewalt und Diskriminierung dieser Gruppen vermieden werden kann.