UNO: Russland scheitert mit homophobem Antrag

Russland ist mit einem homophoben Antrag bei den Vereinten Nationen gescheitert. Man wollte im Haushaltsausschuss einen Antrag durchbringen, nach dem Ehen aller schwuler und lesbischer Mitarbeiter der Vereinten Nationen künftig nicht mehr von der UNO anerkannt werden sollten.

Diese wurde erst im letzten Sommer beschlossen. „Ich bin stolz, für mehr Gleichstellung für unsere Mitarbeiter zu stehen, und rufe unsere gesamte UN-Familie auf, gemeinsam gegen Homophobie als Diskriminierung vorzugehen, die am Arbeitsplatz nie toleriert werden darf“, so UNO-Generalsekretär Ban Ki-Moon damals.

Die Gleichbehandlung von homosexuellen Paaren würde gegen eine UNO-Resolution aus dem Jahr 2004 verstoßen, so die russische Delegation. Dort ist festgelegt, dass UNO-Angestellte nach jenen Gesetzen behandelt werden sollen, die in ihrem Heimatland gelten. Diese Regelung galt bis letztes Jahr auch bei homosexuellen Verbindungen.

Mit der Anerkennung gleichgeschlechtlicher Ehen hätte die UNO „die nationalen Unterschiede“ abgeschafft und „das Recht eines souveränen Staates, seine eigenen Normen festzulegen“ ignoriert, meinte der stellvertretende russische UN-Botschafter Peter Illitschew.

Eine Meinung, die von Samantha Power, der US-amerikanischen Botschafterin bei den Vereinten Nationen, nicht geteilt wird. Sie wirft Russland vor, mit dem Antrag die Autorität von UN-Generalsekretär Ban Ki-moon untergraben zu wollen. Dieser setzt sich nachdrücklich für die Gleichstellung von Lesben und Schwulen, auch innerhalb der Organisation, ein.

Doch die Russische Föderation fand für ihren Antrag nicht die notwendige Mehrheit: 43 Staaten stimmten dafür, 80 dagegen. Es gab 37 Enthaltungen, 33 Staaten nahmen nicht an der Abstimmung teil. Zu den Unterstützern des russischen Antrags gehörten unter anderem Ägypten, China, Indien, der Iran, Saudi-Arabien und Syrien. Dagegen stimmten unter anderem die Staaten der Europäischen Union.