Senegal: Sechs Monate Haft für Journalisten wegen Homosexualität

Im Senegal wurde ein schwuler Journalist zu sechs Monaten Haft verurteilt. Das Gericht hat den bekannten Kolumnisten Tamsir Jupiter Ndiaye für schuldig befunden, homosexuelle Akte begangen zu haben. Es ist nicht das erste Mal, dass der Kolumnist wegen seiner Homosexualität hinter Gittern landet: So saß er deshalb bereits von 2012 bis 2013 eine Haftstrafe ab.

Der Journalist wurde im Juni festgenommen. Ein junger Mann hat ihm öffentlich vorgeworfen, ihn vergewaltigt zu haben. Ein wütender Mob hat Ndiaye deshalb durch die Hauptstadt Dakar gejagt, bis er in einem Polizeirevier Schutz gesucht hat.

Der Senegal hat rund 13 Millionen Einwohner, ein Großteil von ihnen ist muslimisch. Sie sind Lesben und Schwulen gegenüber feindlich eingestellt: Einer Umfrage aus dem Jahr 2013 zufolge waren 96 Prozent der Senegalesen der Meinung, dass ihre Gesellschaft Homosexualität nicht akzeptieren dürfe. Auf Friedhöfen sollen die Leichen mutmaßlicher Lesben und Schwuler sogar ausgegraben und bespuckt worden sein.