[Video] Robert Mugabe vor der UNO: ‚Wir sind keine Schwulen!‘

Lachen und Höflichkeitsapplaus bei der Rede des Präsidenten von Zimbabwe

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Und wieder hetzt Robert Mugabe, langjähriger Staatschef von Simbabwe, gegen Lesben und Schwule – diesmal vor der UNO-Vollversammlung. In seiner Rede in New York kritisiert er westliche Staaten dafür, dass sie gleiche Rechte für Lesben und Schwule als Grundrecht anerkennen.

Für Mugabes Schimpftiraden gab es im UNO-Plenum Gelächter und höflichen Applaus

„Wir lehnen auch Versuche ab, uns ’neue Rechte‘ zu verschreiben, die unseren Werten, Normen, Traditionen und unserem Glauben widersprechen. Wir sind keine Schwulen! Kooperation und Respekt füreinander wird die Menschenrechte weltweit fördern, nicht Konfrontation, Verunglimpfung und Doppelmoral.“, ärgert sich der 91-jährige Mugabe vor den Vereinten Nationen. Während dieser Schimpftirade gab es im Plenum Gelächter, aber auch höflichen Applaus.

Der Kampf gegen Lesben und Schwule ist eines der beliebtesten Themen von Robert Mugabe, der Simbabwe nach einem Putsch seit mehr als 30 Jahren mit harter Hand regiert. So erklärte er Homosexualität für „unafrikanisch“ und behauptete, sie sei ein aus dem Westen importiertes Übel, das für die schnelle Ausbreitung von Aids in Afrika verantwortlich sei.

Weiters hatte er bei diversen Anlässen öffentlich behauptet, Homosexuelle seien „schlimmer als Hunde und Schweine“ und drohte ihnen mit Enthauptung, Homosexualität sei für ihn eine „schmutzige Krankheit“.

Homosexualität ist für Mugabe auch ein beliebtes Mittel, um Rivalen loszuwerden

Politisch nutzt Mugabe Homosexualität auch gerne als Grund, um unliebsame Gegner loszuwerden: Im Jahr 1996 ließ er beispielsweise seinen Vorgänger im Präsidentenamt, Canaan Banana, wegen angeblicher Homosexualität verhaften und verurteilen. 1998 wurde er schließlich in elf Fällen der Homosexualität, versuchter Homosexualität und Sexualverbrechen für schuldig befunden. Daraufhin floh er nach Südafrika, da er glaubte, Mugabe würde seine Ermordung planen.

In die Schranken gewiesen wurde Robert Mugabe dieses Mal von US-Präsident Barack Obama. Er machte bei seiner Rede vor der UNO-Vollversammlung deutlich, welche Werte in den Vereinigten Staaten herrschen. Er sei stolz, dass dort „jeder Mensch mitbestimmen kann, egal wer er ist, wie er aussieht, wen er liebt – das ist es, was uns stark macht“.