[Video] Freestyle-Skistar Gus Kenworthy outet sich als schwul

Gus Kenworthy, einer der besten Freestyle-Skifahrer der Welt, hat sich als schwul geoutet. In einem Interview mit dem ESPN Magazine hat der 24-jährige Olympia-Silbermedaillengewinner erstmals öffentlich über seine Homosexualität gesprochen.

Bei den Olympischen Winterspielen in Sotschi hat er Silber im Slopestyle gewonnen. Doch freuen konnte sich Kenworthy nicht so richtig. „Ich war nicht wirklich stolz auf das, was ich in Sotschi getan habe“, sagte er rückblickend im Gespräch mit der Zeitschrift: „Denn ich fühlte mich so schlecht wegen dem, was ich nicht gemacht habe. Aber ich wollte mich nicht als der Silber-Gewinner von Sotschi outen. Ich wollte das als bester Freestyle-Skier der Welt machen“.

Seinen Freunden und seiner Familie habe er schon vor zwei Jahren von seiner Homosexualität erzählt, so Kenworthy. Dass er schwul sein könnte, ahnte er aber schon mit fünf Jahren: „Ich war unsicher und beschämt. Wenn Du nicht selbst schwul bist, wird Schwulsein nie als cool empfunden. Und ich wollte cool sein“, erzählt er dem Magazin.

Was folgte, waren Jahre der Verleugnung – auch in seinem Sport: „Im Skisport gibt es ein Alphamänner-Ding über das Abschleppen der heißesten Frauen.“ Das habe er auch versucht – aber erfolglos: Danach habe er geweint: „Ich wusste nicht, was ich tat“, erinnert sich Gus Kenworthy heute.

Dass er seine Homosexualität versteckt hat, führte sogar zu Depressionen. Doch dann hat sich die Verzweiflung in Mut gewandelt: Kenworthy wollte in die Öffentlichkeit – und ihr seinen Partner zeigen. Denn immer wieder war ein Partner im Publikum, wenn der Sportler gesiegt hat – umarmen konnte er ihn nach dem Triumph aber nie. Das hat sich jetzt geändert: Nun kann er seinen Freund nach einem Sieg der Öffentlichkeit zeigen und sich mit ihm gemeinsam freuen.

Gemeinsam könnten sie sich dann auch um den Familienzuwachs kümmern, den Gus Kenworthy in Sotschi gefunden hat: Dort hat er eine streunende Hündin mit ihren vier Welpen adoptiert. Das Video, das er dazu auf YouTube veröffentlicht hat, wurde mittlerweile mehr als 18.000 Mal angesehen.

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