Präsident Morales macht Lesbenwitze über Gesundheitsministerin

Diese Pointe ist wohl danebengegangen: Der bolivianische Präsident Evo Morales hat sich nun offiziell entschuldigt, weil er öffentlich im Scherz über die sexuelle Orientierung einer Ministerin spekuliert hat.

Der Vorfall ereignete sich am Montag in der nördlichen Provinz Beni: Morales hielt bei einer Zeremonie eine Rede, während sich Gesundheitministerin Ariana Campero mit einer anderen Frau unterhalten hat. Darauf ermahnte der Präsident die Ministerin: „Ich möchte nicht glauben, dass Sie eine Lesbe sind. Hören Sie mir zu!“ rief der ehemalige Koka-Bauer ins Mikrofon.

Über die 29-jährige Ärztin hatte es in Bolivien schon in der Vergangenheit Lesbenwitze gegeben. So hat Vizepräsident Alvaro Garcia ihr vor kurzem empfohlen, zu heiraten.

Gestern entschuldigte sich Morales für seinen Kommentar. „Es war nicht meine Absicht, jemanden zu verletzen“, heißt es in einer veröffentlichten Stellungnahme. Der bolivianische Präsident machte klar, früher selbst ein „Feminist“ gewesen zu sein. Und Evo Morales erklärt: „Jemanden als lesbisch oder schwul zu bezeichnen, ist keine Beleidigung.“ Man respektiere Diversität, „und das steht klar in unserer Verfassung“, sp der 56-Jährige.

Es ist nicht das erste Mal, dass Morales billiger Pointen auf Kosten sexueller Minderheiten macht: Im April 2010 hatte er bereits behauptet, mit weiblichen Hormonen behandeltes Hühnerfleisch könnte Männer schwul machen.