Linzer Bürgermeister Klaus Luger will Ampelpärchen zurück

Ob französische Medienportale, das US-Magazin „Time“, der Schweizer „Tages-Anzeiger“, die Deutsche „Welt“ oder die britische BBC: Das Ende der Ampelpärchen in Linz durch FPÖ-Stadtrat Markus Hein hat international Schlagzeilen gemacht. Diesen Imageverlust will Bürgermeister Klaus Luger von der SPÖ nicht auf sich sitzen lassen: Er hat angekündigt, dass die Ampelpärchen auf der Mozartkreuzung wieder montiert werden sollen.

Verkehrsstadtrat Hein hat die Ampelpärchen auf der Linzer Mozartkreuzung abmontiert, da sie seiner Meinung nach „völlig unnötig“ seien: „Ampeln sind ein Verkehrszeichen und dürfen nicht dazu missbraucht werden, Gesinnungsbotschaften zu übermitteln“, so der FPÖ-Politiker.

Das sei eine „sehr engstirnige gesellschaftspolitische Meinung“, ärgert sich Bürgermeister Luger. Er teilt diese Meinung nicht. Bei den im Juni durch eine Privatinitiative montieren Ampelpärchen handle es sich „um ein sichtbares Zeichen für Gleichheit und Offenheit im öffentlichen Raum“. Deren Entfernen sei „gesellschaftspolitisch ein völlig falsches Zeichen und erweckt den Eindruck, Linz sei eine kleinkarierte Stadt“, ärgert er sich über die Aktion seines Verkehrsstadtrates.

Die Aktion Heins würde dem Ansehen der Stadt schaden, ist der Bürgermeister überzeugt. Deshalb verlangt er von dem FPÖ-Stadtrat, dass die Ampelpärchen wieder auf die Mozartkreuzung zurückkehren. „Wenn man die Reaktionen, sogar über die Grenzen Österreichs, verfolgt, weiß man, dass durch diese Handlung Schaden angerichtet wurde“, so Luger. Er gehe davon aus, dass Hain der Stadt keinen Schaden zufügen wollte, sondern zum Wohl der Stadt arbeiten möchte. „Das heißt, die Ampelpärchen werden auch wieder zurückkommen“, macht Luger klar.

Markus Hein scheint mit seiner Aktion also in der Defensive. Auf die Forderung von Luger geht er in einer aktuellen Presseaussendung nichts ein. Dafür begegnet er Kritik, den Linzern auf Kosten der Stadt seine eigenen Wertvorstellungen aufzudrängen. „Mit der zuständigen Magistratsabteilung wurde vereinbart, dass die Ampeln im Zuge von Routinearbeiten ohne Mehraufwand getauscht werden“, betont er dort.

Dafür kritisierte er die Sozialistische Jugend (SJ): Diese hatte als Zeichen der Kritik Sticker mit den Ampelpärchen auf die entsprechenden Masten der Mozartkreuzung geklebt. Für dessen Entfernen würden sehr wohl Kosten anfallen, lamentiert der FPÖ-Stadtrat.