Montag, 17. Juni 2024
HomePolitikInternationalSchwulenbar gestürmt und alle Besucher festgenommen

Schwulenbar gestürmt und alle Besucher festgenommen

Beunruhigende Nachrichten erreichen uns aus Kamerun

Meistgelesen

Neu auf GGG.at

In Kamerun hat die Polizei am Wochenende eine Bar gestürmt, in der sich vor allem schwule Männer getroffen hatten. Alle Anwesenden wurden festgenommen. Homosexualität ist in dem afrikanischen Land illegal.

Besucher glaubten, sie wären Geiseln

Am Sonntag gegen 3.00 Uhr morgens haben die Polizisten begonnen, das „Mistral“, eine Schwulenbar in der Hauptstadt Yaoundé, mit Fahrzeugen zu umstellen, damit kein Gast aus dem Lokal fliehen konnte. Etwa eine halbe Stunde später stürmten die Beamten die Bar und erklärten den Gästen, dass sie alle verhaftet seien.

„Die Leute haben Angst bekommen, weil sie anfingen zu glauben, dass sie als Geiseln gefangen gehalten wurden“, schreibt ein LGBT-Aktivist auf dem Blog „76 Crimes“. Danach befiehl die Polizei den Gästen, die Bar zu verlassen. Am Ausgang kontrollierten sie die Ausweise. Anschließend wurden alle Gäste in Polizeiwagen weggebracht.

- Werbung -

Polizisten stürmten Bar „wie bei Kommando-Operation“

„Wie bei einer Kommando-Operation haben bewaffnete Polizisten die Bar nach Leuten durchsucht, die sich dort versteckt haben könnten. Einige Besucher versuchten, durch den Hinterausgang zu entkommen, aber dort hat ein anderer Polizeiwagen geparkt“, so der Aktivist.

Augenzeugen zufolge wurden Dutzende Gäste vorübergehend festgenommen und auf verschiedene Polizeistationen gebracht. Mittlerweile sollen sie alle wieder auf freiem Fuß sein. Ob gegen sie Anklage erhoben wird und welche Vergehen ihnen vorgeworfen werden, ist nicht bekannt. Homosexualität ist in Kamerun illegal und kann mit bis zu fünf Jahren Haft bestraft werden.