Amsterdam: Verfasser von homo-feindlichem Flyer ausgeforscht

Die drei Männer hatten nach Angaben der Polizei „nicht die Absicht, Menschen zu beleidigen“

Flugblatt Amsterdam
COC Nederland

In Amsterdam haben sich drei Männer, die in einigen Stadtvierteln einen homophoben Flyer verbreitet haben, der Polizei gestellt. Dabei handelt es sich um einen 39-Jährigen aus Rotterdam und zwei 29-Jährige aus Den Haag. Sie wurden bereits verhört und haben die Verteilung der Flugblätter zugegeben, erklärte die Polizei in einer Presseaussendung.

Nähere Informationen über die Identität der Männer hat die Polizei nicht veröffentlicht. Sie haben sich den Behörden unter Beisein eines Anwalts gestellt. Die Beamten waren ihnen bereits auf der Spur. So konnte durch Aufnahmen von Überwachungskameras das Kennzeichen jenes Autos ermittelt werden, mit dem die Männer bei der Verteilung der Flyer im Westen Amsterdams unterwegs waren.

Die drei Männer wollten „eine Debatte anstoßen“

Während des Verhörs gaben die Männer an, sie wollten „eine Debatte anstoßen“. „Das ist ihnen gelungen, sie hatten nicht die Absicht, Menschen zu beleidigen“, erklärte der Amsterdamer Polizeisprecher Frans Zuiderhoek. Die Flugblätter haben sie in Amsterdam verteilt, weil die Stadt international den Ruf als „Gay Capital“ hat. Nach der Befragung durch die Polizei wurden die Männer wieder auf freien Fuß gesetzt.

Für die Polizei ist der Fall damit geschlossen. Nun muss die Staatsanwaltschaft entscheiden, ob das Verfassen und Verteilen der Flugblätter eine strafbare Handlung war. Eine offizielle Stellungnahme dazu gibt es von der Behörde noch nicht. Die LGBT-Organisation COC Nederland bezeichnete die Flyer als Volksverhetzung. Insgesamt waren bei der Polizei deshalb etwa 200 Strafanzeigen eingegangen.

Keine Organisation hinter der Aktion

In den verteilten Flyern wurde darauf hingewiesen, dass Homosexualität im Christentum, Judentum und Islam verboten ist. Dafür wurden entsprechende Stellen aus der Bibel, der Thora und dem Koran zitiert. Auch behaupteten die Verfasser des Flugblattes die falsche Anschuldigung, dass fast ein Drittel aller Kinder, die bei homosexuellen Eltern aufwachse, von ihnen missbraucht werde.

Verbindungen zu einer Organisation scheinen die drei Männer nicht zu haben. „Sie haben das rein privat gemacht“, so Zuiderhoek weiter. Zuvor war in den Medien über Verbindungen der Flugblatt-Schreiber zu christlich-fundamentalistischen Organisationen oder türkischen Hasspredigern spekuliert worden.