Russland: Disney-Familienfilm nur für Erwachsene

Weil in "Die Schöne und das Biest" eine schwule Schwärmerei angedeutet wird, ist der Film nicht mehr familientauglich

Gaston und LeFou
Disney/Laurie Sparham

Weil eine Nebenfigur im neuen Disney-Film  „Die Schöne und das Biest“ einen schwulen Moment erlebt, ist der Film in Russland erst ab 16 Jahren freigegeben. Das hat das russische Kulturministerium bekanntgegeben.

In einem Interview mit dem britischen Schwulenmagazin „Attitude“ hat Regisseur Bill Condon erklärt, dass der von Josh Gad gespielte LeFou, Begleiter von Film-Bösewicht Gaston, seinen Chef nicht nur beruflich anhimmelt, in den Film wird angedeutet, wie er versucht, damit klarzukommen. Es ist das erste Mal, dass in einem Disney-Film Homosexualität offen thematisiert wird.

Russlands bekanntester Schwulenhasser wollte „Die Schöne und das Biest“ sogar verbieten

Und das gefällt den Russen offenbar nicht. Deshalb dürfen Kinder und Jugendliche, die eigentlich die Hauptzielgruppe des Films sind, „Die Schöne und das Biest“ in Russland nicht sehen. Dem notorisch homophoben Parlamentsabgeordneten Witali Milonow reichte selbst das nicht: Er forderte unter Berufung auf das von ihm eingebrachte Gesetz gegen „Homo-Propaganda“, dass der Film in Russland verboten werde.

Andere Länder gehen mit dem Film und der betreffenden Szene entspannter um. In den USA hat der Film die Freigabe „PG“ (Parential Guidance) bekommen. Das heißt, dass gewisse Szenen für kleinere Kinder nicht geeignet sein könnten und deshalb erwachsene Begleitung anwesend sein sollte.

In Österreich ist der Film ab acht Jahren freigegeben, in Russland ab 16.

Der verantwortlichen Organisation MPAA betrifft das aber nicht die Schwärmerei von LeFou, sondern „ein wenig Action-Gewalt, aufreibende Szenen und angsteinflößende Bilder“. In Deutschland ist der Film ab sechs Jahren freigegeben, in Österreich ab acht Jahren.

Regisseur Bill Condon hält die Diskussion um den angedeuteten schwulen Inhalt bei „Die Schöne und das Biest“ mittlerweile für übertrieben. Dass LeFou offensichtlich schwul sei, sei nur ein kleines Detail des Films, aber „keine große Sache“: Die einzige halbwegs eindeutige Szene zeigt LeFou nur für ein paar kurze Augenblicke beim Tanzen mit einem Mann.