19-jähriger Islamist plante Selbstmordanschlag auf Elton-John-Konzert

Die Polizei konnte ihn drei Tage vor dem Konzert festnehmen, nachdem er mit einem verdeckten Ermittler gechattet hatte

Sir Elton John
Ernst Vikne/Flickr - CC BY-SA 2.0

In London hat sich ein 19-jähriger Nachwuchs-Islamist schuldig bekannt, einen Terroranschlag geplant zu haben. Eines der möglichen Ziele sei dabei ein Konzert von Sir Elton John in der britischen Hauptstadt gewesen, berichten englische Medien.

Mit einer Maschinenpistole und einer Sprengstoffweste zum Elton-John-Konzert?

Demnach wollte Haroon S., der aus Hounslow im Westen Londons stammte, am Jahrestag der Anschläge vom 11. September einen Anschlag mit einer selbstgebauten Bombe an einem belebten Platz im Stadtzentrum verüben. Über das Internet versuchte er, Sprengstoff und eine Bombenweste zu kaufen, so die Staatsanwaltschaft. Wie Staatsanwalt Thomas Halpin ausführte, suchte der Teenager im Internet nach Begriffen wie „Wie mache ich einen explosiven Brandsatz?“.

Einige Orte hatte der 19-Jährige bereits als mögliche Anschlagsziele im Visier. Darunter war auch ein Konzert, das Sir Elton John am 11. September 2016 im Londonder Hyde Park gab – ausgerechnet um der Anschläge auf das World Trade Center zu gedenken. „Seine Internet-Suchen zeigten, dass er belebte Plätze in London gesucht hat. Die Oxford Street oder nahe Veranstaltungen in London“, erklärt der Staatsanwalt.

„Er hat im Internet gesucht: Wo sind Soldaten im Vereinigten Königreich, Londons Top Ten Viertel mit den meisten Menschen, Buckingham Palace, Reserve der Königlichen Marine, City of London“, ergänzt Halpin.

Unwissend chattete der 19-Jährige mit einem verdeckten Ermittler

Bei der Durchführung seiner teuflischen Pläne war Haroon S. glücklicherweise nicht erfolgreich: Er konnte verhaftet werden, nachdem er im Internet mit Undercover-Agenten über seine Pläne chattete. Der 19-Jährige fragte ihn unter anderem nach „Ausrüstung“ für seine „Mission“, unter anderem ein Maschinengewehr und eine Sprengstoffweste.

Im Chat schrieb er: „Nachdem ich mit dem Maschinengewehr ein bisschen Schaden angerichtet habe, werde ich zum Märtyrer… Das habe ich vor.“ Der verdeckte Ermittler gab vor, sich mit ihm in einem Café treffen zu wollen, wo Haroon S. dann drei Tage vor dem geplanten Anschlag verhaftet wurde. Als ihn die Polizei nach der Verhaftung nach dem Passwort für sein Handy fragte, antwortete er: „‘Yeah ISIS‘ – Gefällt euch das?“

Dem Nachwuchs-Dschihadisten droht lebenslange Haft

In der Vorverhandlung am Londoner Gericht Old Bailey hat sich der 19-Jährige nun schuldig bekannt, dass er zwischen April und September letzten Jahres einen Terroranschlag geplant hat. Zuvor hatte es die Verteidigung nicht geschafft, wichtige Beweismittel vom Prozess ausschließen zu lassen.

Sein Anwalt beschreibt ihn als „sehr verletzlich durch seine Familiengeschichte, mangelnde Bildung, Sucht nach gewalttätigen Onlinegames und die Inhaftierung seines Bruders“. Dieser wurde zu lebenslanger Haft verurteilt, nachdem er 2014 einen Terroranschlag mit einem Messer geplant hatte.

Das Urteil soll im Juni gesprochen werden. Ihm droht eine lebenslange Haftstrafe.