Istanbul: Auch TransPride verboten und aufgelöst

Bis jetzt sind keine gewalttätigen Übergriffe der Polizei bekannt

Istanbul
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Eine Woche nach der gewaltsamen Beendigung der Istanbul Pride hat der Gouverneur nun auch einen weiteren Marsch für die Rechte sexueller Minderheiten verboten. Die Polizei hat am Sonntag eine Kundgebung für die Rechte von Transsexuellen und Transgender-Personen, den TransPride, aufgelöst. Nach Angaben von Medien und Aktivisten wurden dabei sieben Personen vorübergehend festgenommen.

Etwa fünfzig Teilnehmer versammelten sich trotz Verbots

Etwa fünfzig Menschen hatten sich gestern in der Innenstadt der türkischen Metropole versammelt, um den achten TransPride zu feiern. In der Nähe des zentralen Taksim-Platzes wurde eine Presseerklärung verlesen, dann marschierten die Teilnehmer durch die Straßen Istanbuls.

Plötzlich kam die Polizei. Die Demonstranten marschierten zunächst von Beamten verfolgt in Seitenstraßen weiter, teilten sich auf, flohen in Hotels oder flüchteten mit dem Taxi. Bisherigen Informationen zufolge erfolgten die Festnahmen ohne Gewalt, die Betroffenen wurden nach der Feststellung ihrer Personalien offenbar zügig wieder freigelassen. Dann wurden sie auf der Straße noch einmal festgenommen und nach einer Stunde wieder freigelassen. Die Polizeiaktionen dürften in diesem Jahr gewaltlos verlaufen sein.

AKP-Gouverneur verbat auch dieses Jahr die Veranstaltung

Die Veranstaltung war von Gouverneur Vasip Sahin am Samstagabend in letzter Minute verboten worden. Eine der Begründungen war, dass die Gegend um den Taksim-Platz nicht für Proteste erlaubt sei und der Antrag für die Genehmigung der Veranstaltung Formfehler aufgewiesen hätte. Wie auch beim „Marsch des Stolzes“ in der Vorwoche war auch eine mögliche Bedrohung von Teilnehmern und Touristen ein weiterer Grund für das Verbot.

Wie auch der „Marsch des Stolzes“, die türkische Version der Regenbogenparade, war die TransPride in Istanbul in den letzten Jahren von der AKP-dominierten Regionalregierung überraschend verboten worden. Bei Protesten gegen das Verbot kam es immer wieder zu gewalttätigen Auseinandersetzungen. Die Polizei setzte dabei auch Gummigeschosse, Hunde, Wasserwerfer und Tränengas ein.