Diese wichtigen Personen verließen uns 2017

Pornostars, Sänger, Polizisten und Vorkämpfer: Von ihnen mussten wir uns verabschieden

Symbolbild: Kerze
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Auch im Jahr 2017 hieß es Abschied nehmen von vielen prominenten und wichtigen Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transgender. Hier eine kleine unvollständige Zusammenstellung.

1. Max Schutler

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Anfang Februar starb Pornostar Max Schutler im Alter von nur 35 Jahren. Woran Schulter, der bürgerlich Jorge Schmeder hieß, gestorben ist, ist nicht bekannt.

Seine Karriere begann im Jahr 2007 dauerte mehr als ein Jahrzehnt.Im Jahr 2008 wurde Max Schutler zum „Mister Gay Argentina“ gewählt. Als bekannt wurde, dass er auch als Pornodarsteller arbeitet, baten ihn die Veranstalter, seine Bewerbung zum „Mister International Gay“ zurückzuziehen.

Im Jahr 2011 zog er sich vom Porno-Business zurück, kehrte aber 2015 wieder für einige Szenen, die er für Lucas Entertainment drehte, zurück.

2. Tommy Page

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Der offen schwule Popsänger und Musikmanager starb am 3. März in seiner Wohnung in New York. Bekannt wurde Tommy Page im Jahr 1990 durch sein Lied „I’ll Be Your Everything“, das 1990 an die Spitze der Charts stürmte.

Später wurde er Manager in der Musikindustrie. Für Warner Bros. Recordings betreute er unter anderem Michael Bublé, Alanis Morissette, Green Day und Josh Groban. Ab 2011 arbeitete Page für das „Billboard“-Magazin und war als Herausgeber verantwortlich für dessen Relaunch.

Ab 2013 arbeitete er für mehrere andere Musikverlage. Er nahm selbst neun weitere Studioalben auf. Letztes Jahr brachte Page ein Album mit seinen größten Hits auf den Markt. Vor allem in Asien, wo er als Sänger noch immer beliebt war, trat er auch weiterhin auf. Er hinterlässt seinen Mann Charlie und drei Kinder.

3. Gilbert Baker

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Ende März starb Gilbert Baker, der Schöpfer der Regenbogenflagge, im Alter von 65 Jahren. Zu seinen Ehren wurde am Rathaus von San Francisco eine Regenbogenflagge auf Halbmast gehisst.

Baker wollte mit der Regenbogenflagge ein selbstbestimmtes Symbol für die Community schaffen. Er hatte die Flagge mit ursprünglich acht Streifen für den Gay Freedom Day 1978 in San Francisco geschaffen, dem Vorbild für Gay Prides in der ganzen Welt. Pink, Rot, Orange, Gelb, Grün, Blau, Indigo und Lila sollten für Sexualität, Leben, Heilung, Sonne, Natur, Kunst, Harmonie und den Geist stehen. Aus produktionstechnischen Gründen wurde die Flagge bald auf sechs Farbstreifen reduziert.

„Die Regenbogenfahne kommt von der Seele unserer Leute. Sie zelebriert unsere Verschiedenheit und proklamiert unsere Macht und den Bund mit der Natur“, erinnerte sich Baker später für das „SF Pride Magazine“ an die Ursprünge der Regenbogenflagge.

4. Xavier Jugelé

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Im April wurde bei einem Terroranschlag in Paris der offen schwule Polizist Xavier Jugelé ermordet, Der 37-Jährige hinterlässt einen Lebenspartner, der bei der offiziellen Trauerfeier mit seiner Rede für Aufmerksamkeit sorgte.

„Diese Art von Auftrag, und das weiß ich, hat ihm gefallen, weil es der Champs-Elysées war, weil es das Bild von Frankreich war, und weil es auch die Kultur war“, so sein Partner Etienne Cardiles. Und er erinnert sich am Sarg seines Partners: „Xavier, Donnerstagfrüh bin ich wie immer zur Arbeit gegangen, und du hast noch geschlafen. Während des Tages haben wir über unsere Pläne gesprochen, in einem weit entfernten Land Urlaub zu machen, und du hast mir gesagt, wie aufgeregt du bist. Dass du noch nie so weit weg warst.“

Jugelé arbeitete seit 2010 in Paris für die Police Nationale. Er sei ein sehr liebenswerter, freundlicher und engagierter Kollege gewesen, so der LGBT-Polizistenverband Flag in einer Stellungnahme. Er war auch unter jenen Sicherheitskräften, die am 13. November 2015 nach dem Anschlag gegen das Bataclan-Musiktheater im Einsatz waren. Damals wurden mehr als 90 Menschen von den islamistischen Angreifern kaltblütig erschossen.

Beim Konzert zur Wiedereröffnung war Jugelé ebenfalls dabei. „Ich bin froh, dass das Bataclan wieder eröffnet hat. Es ist ein Symbol. Wir sind hier heute als Zeugen. Hier, um unsere bürgerlichen Werte zu verteidigen. Dieses Konzert soll das Leben feiern. Nein sagen zu Terroristen“, sagte er damals dem People-Magazin.

5. Edith Windsor

Privatbesitz Edith Windsor

Im September starb die LGBT-Aktivistin Edith Windsor im Alter von 88 Jahren. Ohne ihren bedingungslosen Sinn für Gerechtigkeit wäre die Ehe in den Vereinigten Staaten wohl noch nicht geöffnet worden.

Windsor war mehr als vierzig Jahre mit Thea Spyer zusammen. Als Spyer, die sie in Kanada geheiratet hatte, im Jahr 2009 starb, sollte Windsor 363.053 Dollar Erbschaftssteuer für Spyers Immobilien zahlen – als Hinterbliebene einer heterosexuellen Ehe hätte sie keinen Cent gezahlt. Für Windsor eine unangemessene Diskriminierung – sie ging vor Gericht und gewann im Jahr 2013 vor dem Obersten Gerichtshof der USA.

Dieser Sieg führte dazu, dass der unter Präsident Bill Clinton eingeführte „Defense of Marriage Act“ (DOMA) gekippt wurde. Dieser legte fest, dass Bundesbehörden die Ehe nur als Verbindung zwischen Mann und Frau anerkennen durften und kein Bundesstaat eine homosexuelle Ehe als solche anerkennen muss. Im Jahr 2015 wurde auf dieser Basis die Ehe durch eine Entscheidung des Supreme Court in den gesamten USA geöffnet.

Der frühere US-Präsident Barack Obama nannte Windsor eine Vorkämpferin „nicht für eine Sonderbehandlung, sondern für Gleichbehandlung“ sexueller Minderheiten. Für Hillary Clinton hat die Aktivistin „der Welt gezeigt, dass Liebe eine kraftvolle Quelle für Veränderung sein kann“.

6. Lil Peep

Metronome Records

Im November starb der 21-jährige Emo-Rapper Lil Peep, der bürgerlich Gustav Åhr hieß,, an einer unabsichtlich eingenommenen Überdosis verschreibungspflichtiger Medikamente.

In seiner Musik verarbeitete er Einflüsse aus Trap-Hip-Hop und Emo-Punk. Er begann seine Karriere mit einzelnen Songs auf SoundCloud, es folgten Videos auf YouTube, die teils millionenfach angeklickt wurden.

In seinen hochemotionalen Texten rappte Lil Peep oft über seine Depressionen, Beziehungen und seinen Konsum verschreibungspflichtiger Medikamente. Einer seiner Titel trägt den Titel „Drugz“. Wegen seines auffälligen Kleidungsstils und seinen zahlreichen Tattoos galt er auch als Modeikone.

Erst zwei Monate vor seinem Tod hat sich der Rapper als bisexuell geoutet. In zwei Tweets schrieb er damals: „Ja, ich bin ein Bisexueller, der einen Kuss will“. Zuvor war er unter anderem durch seine Beziehung mit der Schauspielerin Bella Thorne in den Schlagzeilen.