[Video] Song Contest: Cesár Sampson ist weiter – und die LGBT-Favoriten auch

Österreich hat das "Killer-Semifinale" überstanden - genau wie Israel, Tschechien, Finnland und Irland

Cesár Sampson
EBU/Andres Putting

Gute Nachrichten aus Lissabon: Der österreichische Teilnehmer Cesár Sampson hat das erste Halbfinale überstanden und wird mit „Nobody but You“ am Samstag im großen Finale zu sehen sein. Er wird dabei in der ersten Hälfte der Show auftreten, wie nach dem Bewerb ausgelost wurde. Und auch aus LGBT-Sicht war das erste Halbfinale durchaus erfreulich.

Finnland schafft es mit einer lesbischen Sängerin und einem Coming-Out-Song ins Finale

So hat es beispielsweise die offen lesbische Sängerin Saara Aalto aus Finnland ebenfalls ins Finale geschafft. In Ihrem Song „Monsters“ geht es darum, die eigenen Monster zurückzulassen, Mauern zu zerstören und keine Angst mehr zu haben. So gesehen lässt sich das Lied auch als Coming-Out-Song deuten. „Monsters“ ist bereits ihr dritter Anlauf, Finnland beim Song Contest zu vertreten. Nach einer langjährigen Beziehung zu einem Sänger ist Aalto seit 2014 mit einer Frau zusammen und inzwischen verlobt. Im Sommer wollen die beiden Frauen heiraten.

Auch am Samstag mit dabei ist der irische Sänger Ryan O’Shaughnessy mit seinem Titel „Together“. Dieser hat schon im Vorfeld für Aufregung gesorgt, weil im Video eine schwule Liebensgeschichte erzählt. Das soll vor allem in Russland für Empörung gesorgt haben. Beim Live-Auftritt gestern durften die beiden Burschen erneut um ihre Gefühle tanzen. Das schwule Publikum hat’s honoriert und O’Shaughnessy mit seiner Ballade ins Finale gewählt.

Israel gilt als Favorit beim schwulen Publikum

Ebenfalls beim schwulen Publikum beliebt ist der Beitrag aus Israel: „Toy“ von Netta war lange Zeit auch bei den Buchmachern ein Favorit für den Sieg des Song Contests. Und die Sängerin löste die Erwartungen ein, punktete mit Exzentrik und viel zur Schau gestelltem Selbstbewusstsein. Hinter Netta, die auch bei der israelischen Marine war, steht bereits ein Song-Contest-erfahrenes Team: Komponiert wurde „Toy“ von Doron Medalie, der auch 2015 für „Golden Boy“ von Nadav Guedj und 2016 für „Made of Stars“ von Hovi Star verantwortlich war.

Und ebenfalls viele schwule Fans dürfte der tschechische Beitrag haben: Mikolas Josef liefert mit „Lie to Me“ einen funky Elektrosong mit Jazz- und Rapelementen ab. Der Sänger, der derzeit in Wien lebt und auch als Model für internationale Marken tätig war, überzeugt in Lissabon auch mit seinem Schulbubenimage.

Zypern kommt mit einem Beitrag für die Hetero-Fraktion ins Finale

Außerdem im Finale ist Zypern: Eleni Foueira hat sich mit „Fuego“ erfolgreich als Mischung zwischen Beyoncé und Shakira inszeniert. Estland wird am Samstag von Elina Nechayeva vertreten. Ihr klassisch angehauchtes Lied „La Forza“ überzeugt nicht so sehr wie ihr Projektionskleid.

Stimmlich überzeugen konnte hingegen Eugent Bushpepa aus Albanien mit „Mall“. Er hat es mit einer kraftvollen Gitarren-Hymne in der Landessprache ins Finale geschafft. Auch am Samstag dabei ist die bulgarische Gruppe Equinox mit „Bones“. Die Gruppe wurde extra für den Song Contest geformt.

Schweiz, Kroatien oder Belgien haben es nicht ins Finale geschafft

Nicht ins Finale geschafft haben es der islandische Sänger Ari Olafsson mit „Our Chioce“, das Schweizer Duo ZIBBZ mit „Stones“, Alekseev aus Weißrussland mit „Forever“ oder der mazedonische Beitrag „Lost and Found“ von Eye Cue. Auch am Samstag nicht dabei ist die im LGBT-Bereich sehr engagierte Franka aus Kroatien mit „Crazy“, die griechische Sängerin Yianna Terzi mit „Oniro mou“ und der aserbeidschanische Beitrag „X My Heart“ von Aisel. Auch der armenische Sänger Sevak Khanagyan hat es mit „Qami“ nicht ins Finale geschafft, genauso wie die belgische Sängerin Sennek mit „A Matter of Time“.

Das zweite Halbfinale des 63. Song Contest findet am Donnerstag ab 21.00 Uhr statt, ORF eins überträgt live aus Lissabon – wie auch das große Finale am Samstag. Dann heißt es wieder: Daumen drücken für Cesár Sampson.