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Jochen Schropp: Moderator outet sich als schwul

Beim ersten Versuch, seine Homosexualität öffentlich zu machen, hat er noch kalte Füße bekommen

Jochen Schropp
9EkieraM1/Wikimedia - CC BY-SA 3.0

Der deutsche Schauspieler und Moderator Jochen Schropp hat sich gegenüber dem Magazins Stern öffentlich als schwul geoutet. Innerhalb der Szene, bei seinen Freunden und Arbeitskollegen ist das Outing keine Neuigkeit, war der in Berlin lebende 39-Jährige doch in der Szene der Bundeshauptstadt unterwegs und moderierte Veranstaltungen der Community. Trotzdem setzt Schropp damit ein wichtiges Zeichen.

Vor vier Jahren hat sein Manager noch vor einem öffentlichen Coming Out gewarnt

Und so ist es auch nicht verwunderlich, dass Schropp seine sexuelle Orientierung schon früher öffentlich machen wollte: „Das erste Mal wollte ich mich vor vier Jahren outen, habe dann aber kalte Füße bekommen“, sagte er dazu dem Stern. „Einer der Gründe war, dass mir meine damalige Schauspielagentur davon abgeraten hat. Mir wurde gesagt: Mach das lieber nicht, es wird dir schaden“, erinnert er sich.

Denn Jochen Schropp sei „halt kein Charakterdarsteller, sondern eher auf den Schwiegersohn oder den Herzensbrecher abonniert“, wie er selbst zugibt. So wurde er durch seine Rolle in der ARD-Vorabendserie „Sternenfänger“ oder einigen Rosamunde-Pilcher-Verfilmungen bekannt. Zusätzlich moderierte er auch TV-Shows wie „Promi Big Brother“ oder „X Factor“. Da hatte er Angst, dass ein offen schwuler Schauspieler bei den Zuschauern für diese Rollen nicht akzeptabel ist.

Als Jugendlicher wurde er ausgegrenzt und gemobbt – die Spuren blieben bis heute

Die Angst vor Ausgrenzung lernte Jochen Schropp schon früh kennen. In seiner Kindheit und Jugend wurde er ausgegrenzt und gemobbt. Es fiel im schwer, sich selbst zu akzeptieren: „Diese Scham, anders und nicht genug zu sein, begleitet mich bis heute“, so der 39-Jährige gegenüber dem Stern. Doch nun soll damit Schluss sein: „Ich bin mittlerweile mit mir selbst im Reinen und weiß, wer ich bin.“

Bei seinem öffentlichen Coming Out ging es Jochen Schropp nicht nur um sich selbst. Er möchte auch „anderen Männern und Frauen, die homosexuell oder transgender sind, Mut machen, zu sich zu stehen“. Denn: „Wir kommen bei dem Thema nur weiter, wenn Leute den Mund aufmachen. Und jetzt bin ich es eben“, so der Schauspieler und Moderator.

Für die Community war Jochen Schropp auch in der Vergangenheit da: So hat er viele Jahre lang den Teddy Award präsentiert, den schwul-lesbischen Filmpreis der Berlinale. Auch hat er die Kölner Aids-Gala oder ein Charity-Dinner der Bundesstiftung Magnus Hirschfeld moderiert.

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