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Prague Pride nächste Woche im Zeichen der (Regenbogen-)Familie

Insgesamt 127 Veranstaltungen und eine große Parade in der tschechischen Hauptstadt

Symbolbild: Prague Pride
Symbolbild - Prague Pride/Patrick Hacha

Von 6. bis 12. August findet dieses Jahr in der Hauptstadt unseres Nachbarlandes die Prague Pride statt. Höhepunkt wird dabei die Parade am Samstag sein. Thematisch legen die Veranstalter dieses Jahr einen Schwerpunkt auf das Thema Familie.

Regenbogenfamilien und LGBT-Kinder als Themenschwerpunkt

Konkret will die Prague Pride Regenbogenfamilien, ihre Unterstützung und Ablehnung thematisieren, erklärten die Veranstalter am Dienstag tschechischen Journalisten. „In unserer Kampagne wollen wir uns vor allem darauf konzentrieren, wie oft homosexuelle Kinder als schwarze Schafe der Familie gelten“, erklärt Hana Kulhankova, die Leiterin des Festivals.

Deshalb arbeitet die Prague Pride dieses Jahr auch zum ersten Mal mit der Safety Helpline zusammen, um die am öftesten gestellten Fragen von LGBT-Kindern und ihren Eltern kompetent beantworten zu können.

Außerdem möchten die Organisatoren darauf hinweisen, dass sich Mitglieder der LGBT-Community nicht nur über ihre sexuelle Orientierung definieren. „Wir möchten, dass Schwule, Lesben, Bisexuelle und Transgender als umfassende Persönlichkeiten wahrgenommen werden, die mehr sind als die schwulen oder lesbischen Schubladen“, so Kulhankova.

127 Veranstaltungen zu LGBT-Themen in einer Woche

Insgesamt gibt es in der Pride-Woche 127 Veranstaltungen unter dem Zeichen des Regenbogens, darunter Theater- und Filmvorführungen, Seminare, Debatten und Sportveranstaltungen. Auch die Lage der LGBT-Community in der Türkei und in Zentralasien wird dabei ein Thema sein.

Der unumstrittene Höhepunkt der Prague Pride wird die Parade sein, die am Samstag durch das historische Zentrum der tschechischen Hauptstadt zieht. Wegen der Renovierung des Wenzelsplatzes wird die Route dieses Jahr aber leicht geändert.

Auch hier spielt das Thema Familie eine Rolle: Der Marsch will darauf aufmerksam machen, dass Lesben und Schwule in der Tschechischen Republik noch immer keine Kinder adoptieren oder zur Pflege aufnehmen können – auch wenn das Verfassungsgericht deren Rechte gestärkt hat.

Der Marsch am Samstag macht auf rechtliche Nachteile aufmerksam, mit denen sexuelle Minderheiten kämpfen

Auch wollen die Teilnehmer dieses Jahr darauf aufmerksam machen, dass Eingetragene Lebenspartner vor dem Staat noch immer Partner zweiter Klasse sind. So haben sie keinen Anspruch auf Miteigentum oder eine Hinterbliebenenrente.

Ebenfalls wird die rechtliche Lage von Trans-Personen thematisiert, die in Tschechien noch immer eine geschlechtsanpassende Operation brauchen, um ihr Geschlecht auch in amtlichen Papieren ändern lassen zu können. Doch es gibt auch Grund zu feiern: So wird bei der Parade der Prague Pride ein Gesetzesentwurf zur Öffnung der Ehe gefeiert, der vor kurzem dem Parlament vorgelegt wurde.

Weiters werden drei Persönlichkeiten, die von den Veranstaltern für ihren Beitrag zur LGBT-Community ausgezeichnet wurden, an dem Marsch teilnehmen: Der Marschall-Titel wurde dem holländische Transgender-Model Loiza Lamers als internationales Vorbild, der tschechische Lesbe Jana Kocianova für ihren Einsatz für die Community und dem Psychologen Vaclav Mertin für seine Unterstützung von Regenbogenfamilien verliehen.

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