Salzburg: Wurde Trans-Frau unrechtmäßig als Bauleiterin gekündigt?

Der Arbeitgeber argumentiert die Kündigung mit Umstrukturierungen - das glaubt die Gekündigte nicht

Salzburg
GGG.at

In Salzburg hat eine Trans-Frau, die als Bauleiterin gearbeitet hat, gegen ihre Kündigung geklagt. Sie sei wegen ihrer Geschlechtsidentität diskriminiert worden, berichtet die Kronen Zeitung in ihrer Online-Ausgabe.

Seit 2009 in der Firma, seit vier Jahren als Frau

Die Bauleiterin arbeitete seit 2009 für die Firma im Baumanagement. Vor vier Jahren führte sie eine Geschlechtsanpassung durch, tritt auch im Job selbstbewusst als Frau auf. Doch dass sie nun im Minirock auch auf die Baustellen geht, die von der Firma betreut werden, scheint nicht jedem zu gefallen.

Am 30. Juni erhielt die Frau, die sich zu dem Fall nicht äußern wollte, die Kündigung durch ihren Arbeitgeber. Als Grund vermutet sie Diskriminierung aufgrund ihrer Geschlechtsidentität. Das wäre rechtswidrig. Sie wandte sich an die Arbeiterkammer Salzburg und bekam dort Unterstützung.

Gemeinsam mit der Arbeiterkammer klagt die Frau gegen ihre frühere Firma

Gemeinsam mit der Arbeiterkammer reichte die ehemalige Bauleiterin am zuständigen Landesgericht Klage gegen die Kündigung ein und forderte die Wiederherstellung des Dienstverhältnisses.

Ihr ehemaliger Arbeitgeber bestreitet, die Trans-Frau wegen ihrer Geschlechtsanpassung gefeuert zu haben. Kündigungsgrund sei eine betriebliche Umstrukturierung gewesen, auch sei die Mitarbeiterin überdurchschnittlich oft im Krankenstand gewesen, so die offizielle Begründung.

Zwei öffentliche Verhandlungen brachten bis jetzt kein Ergebnis. Zuletzt vertagte der Richter am letzten Donnerstag. Beide Parteien nahmen nun Gespräche über einen möglichen Vergleich auf.