Dienstag, 28. Mai 2024
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Junges schwules Paar in Berliner Tram angegriffen

Ein mutiger Fahrgast konnte Schlimmeres verhindern

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In Berlin ist ein junges schwules Paar geschlagen worden, weil es sich geküsst hat. Die Tat ereignete sich gestern Abend in einer Straßenbahn in Berlin-Mitte. Der Angreifer blieb unerkannt.

Sie stiegen in die U-Bahn und küssten sich – das empörte einen anderen Fahrgast

Die beiden 18-Jährigen stiegen kurz vor 23 Uhr am Rosenthaler Platz in eine Tram der Linie M8. Nachdem sie sich hingesetzt hatten, küssten sich die beiden Burschen. Das dürfte einem der Fahrgäste nicht gefallen haben. Der Mann, der direkt vor den jungen Männern saß, drehte sich um und griff einem der beiden ins Gesicht. Anschließend beschimpfte er die beiden schwulenfeindlich.

Kurz darauf erschien ein zweiter Unbekannter und unterhielt sich mit dem Beleidiger. Anschließend gingen beide zu dem schwulen Paar zurück, und der Pöbler schlug einem der beiden mit der Hand ins Gesicht. Ein Fahrgast ging dazwischen und trat den Pöbler – so verhinderte er mit seinem mutigen Einschreiten eine weitere Attacke.

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Die Burschen stiegen aus der Straßenbahn und erstatteten Anzeige

Die beiden verliebten Männer gingen inzwischen in den hinteren Teil der Straßenbahn. An der Haltestelle „Allee der Kosmonauten“ stiegen sie aus und gingen zur nächsten Polizeistation, um dort Strafanzeige zu erstatten. Der Polizeiliche Staatsschutz beim Landeskriminalamt Berlin hat, wie bei allen Hassverbrechen, die Ermittlungen übernommen.

Die Zahl der Angriffe gegen Angehörige sexueller Minderheiten ist in Berlin dieses Jahr leicht zurückgegangen: Der aktuellen Kriminalitätsstatistik zufolge wurden in den ersten drei Quartalen 2018 insgesamt 105 Fälle von homo- oder transphober Gewalt registriert. Im Vorjahr waren es im gleichen Zeitraum 139 Fälle. Die Aufklärungsquote liegt wie im Vorjahr bei 43 Prozent.

Die Berliner Polizeipräsidentin Barbara Slowik ruft in diesem Zusammenhang die Mitglieder der LGBT-Community auf, unbedingt Anzeige zu erstatten, wenn sie Opfer einer Straftat werden. Die Polizei sei eine offene Behörde, die unter anderem mit zwei queeren Ansprechpartnern auch beratend und vermittelnd tätig ist, sagte sie bei der Präsentation der Kriminalitätsstatistik.