München: 21-Jähriger als „Transe“ beschimpft und geschlagen

Der junge Journalist wurde bewusstlos geschlagen und musste im Krankenhaus behandelt werden

Blaulicht
Symbolbild - Archiv

Zu einem transfeindlichen Zwischenfall kam es am Samstag in einer Münchner U-Bahn: Ein 21-Jähriger wurde von Fußballfans als „Transe“ beschimpft und krankenhausreif geschlagen. Bis jetzt konnten die Angreifer noch nicht gefunden werden.

Weil er Fußballfans bat, nicht so laut zu singen, wurde er verprügelt

Der Vorfall ereignete sich am Samstag gegen 14.20 Uhr. Der 21-Jährige Noah S., ein aus Bremen gebürtiger Journalist, fuhr mit der U6 von der Innenstadt in Richtung Fröttmanning. Mit im Waggon waren vier Fans des 1. FC Nürnberg, die sehr laut sangen. Das störte den 21-Jährigen, er bat die Männer, nicht so laut zu sein.

„Die beiden Typen meinten, ich solle doch aussteigen, wenn es mich stört“, erinnert sich Noah S. im Gespräch mit der Münchner Boulevardzeitung tz. Als er ihnen sagt, sie sollen sich benehmen, beleidigen sie ihn: Der 21-Jährige trägt Ohrringe, ein Nasenpiercing und hatte eine kleine Handtasche umgehängt. „Die Tasche passt gut zu dir, du Transe“, sollen die Fußballfans gesagt haben.

Jugendliche ziehen den Bewusstlosen aus der U-Bahn, während die Angreifer unbehelligt bleiben

Die Auseinandersetzung wurde immer heftiger. Plötzlich wird der 21-Jährige von einem der Männer mitten ins Gesicht geschlagen. Als er den Angriff abwehren will, schlagen auch die drei anderen Fußballfans auf ihn ein – unter anderem mit einer Bierflasche. Noah S. wird schwarz vor Augen und er geht zu Boden.

An der U-Bahn-Station Universität ziehen zwei beherzte Jugendliche Noah S. aus der U-Bahn und kümmern sich um ihn. Die Angreifer fahren unterdessen unbehelligt weiter Richtung Fröttmanning. Eine sofort eingeleitete Fahndung der Polizei nach den Nürnberg-Fans verlief ohne Erfolg.

Die Kriminalpolizei München ermittelt, ob es eine LGBT-feindliche Tat war

Der 21-Jährige musste im Krankenhaus versorgt werden. Er glaubt, dass der Angriff wegen seiner sexuellen Orientierung erfolgte und hat Anzeige erstattet. Die Münchner Kriminalpolizei hat die Ermittlungen übernommen. Sie ermittelt wegen Körperverletzung und prüft, ob es sich bei dem Angriff wirklich um eine LGBT-feindliche Tat gehandelt hat.

Deshalb sucht die Polizei auch nach Zeugen. Personen, die sachdienliche Hinweise geben können, sollen sich mit dem Polizeipräsidium München, Kommissariat 23, Tel. +49/(0)89/2910-0, oder jeder anderen Polizeidienststelle in Verbindung setzen.