Opposition: Schwuler Bürgermeister-Kandidat „kennt Familienleben nicht“

Homophobes Facebook-Posting im Salzburger Gemeinderatswahlkampf empört die Community

Georg Djundja
SPÖ Salzburg

Im März werden in Salzburg die neuen Gemeinderäte gewählt. In der kleinen Gemeinde Oberndorf bei Salzburg kandidiert dabei mit Georg Djundja ein offen schwuler Kandidat für die SPÖ. Und das scheint dem politischen Gegner nicht zu gefallen. Auf Facebook spricht man ihm wegen seiner sexuellen Orientierung die Qualifikation ab.

Mit drei Mandaten ist die „Neue Oberndorfer Wählergemeinschaft – Initiative Zukunft Oberndorf“ (NOW)  im Gemeinderat vertreten, die Mehrheit in der Gemeinde stellt die SPÖ mit elf Gemeinderäten. Für die Sozialdemokraten kandidiert Djundja, der erst seit einigen Jahren in der Gemeinde lebt, als Bürgermeisterkandidat. Doch damit kann sich die NOW offenbar nicht anfreunden.

Der SoHo-Gründer kenne „die Herausforderungen eines Familienlebens“ nicht

Es mache einen Unterschied „ob einer jahrelang fest im Berufsleben steht oder jahrelang nur Parteisoldat und Berufspolitiker ist“, kritisiert die Oppositionspartei Djundja auf Facebook. Dieser ist  Landesgeschäftsführer der sozialdemokratischen Gewerkschafter (FSG), sowie ehrenamtlich im Samariterbund, in der Pfarre und als Vizebürgermeister von Oberndorf tätig. Im Jahr 2011 hat er auch die SoHo Salzburg mitbegründet.

Doch dem nicht genug: In dem Facebook-Kommentar, der GGG.at vorliegt, schreibt die NOW außerdem, es mache für die Eignung als Bürgermeister einen Unterschied, ob jemand „seine Kinder in Oberndorf aufwachsen lässt, oder ob man diese Herausforderungen, die ein Familienleben mit sich bringt, gar nicht kennt.“

Djundja wird die Befähigung zum Bürgermeister abgesprochen, weil er schwul ist

Es gebe „sehr viele Lebenssituationen, bei denen es eben nicht egal ist, was jemand ist“, spricht die Oppositionspartei Djundja die Eignung ab, auch Familienpolitik für Oberndorf zu machen. In einem weiteren Kommentar heißt es: „Wenn man selbst Familienvater ist, sieht man die Dinge doch mit anderen Augen, als wenn man das Familienleben nur vom Hörensagen kennt.“

Für die Neue Oberndorfer Wählergemeinschaft antwortete deren Bürgermeisterkandidat Christoph Thür auf Anfrage von GGG.at. Der Kommentar sei nicht homophob gemeint, betont er: „Diese Ausrichtung bringt er immer wieder selbst aufs Tableau und wird hoffentlich noch erwähnt werden dürfen. Leider ist die Diskussion durch die äußerst unsachlichen Kommentare vieler User in eine völlig falsche Richtung gelenkt worden und dreht sich in den über 70 Kommentaren ausschließlich um die sexuelle Ausrichtung des Georg Djundja. Wieso Herr Djundja so aktiv damit ‚wirbt‘ und nicht einfach als ‚Mensch‘ kandidiert, erschließt sich mir nicht.“