Freitag, 1. März 2024
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Barcelona: Anschlag auf neu eröffnetes LGBT-Center

Die Schmierereien deuten auf einen rechtsradikalen Hintergrund hin

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Erst vor einer Woche wurde in Barcelona ein neues Zentrum für sexuelle Minderheiten eröffnet – jetzt wurde es schwer verwüstet, vermutlich von Rechtsradikalen. Auch Bürgermeisterin Ada Colau verurteilt den Angriff.

An die Scheiben wurden rechtsradikale Drohungen gesprüht

Unbekannte haben in der Nacht zum Sonntag versucht, die Glastüre zum „Centre LGTBI de Barcelona“ einzuschlagen. Außerdem haben sie das Gebäude mit angedeuteten Keltenkreuzen, die vor allem bei Neonazis beliebt sind, beschmiert und die Drohbotschaften „Du bist tot“ und „Fuck LGBT“ hinterlassen.

Glücklicherweise hielten sich zum Zeitpunkt des Anschlags keine Menschen in den Räumen auf, so dass nur erheblicher Sachschaden entstand. Die Polizei ermittelt. Da es den Tätern nicht gelang, in die Räume einzudringen, könnte der Betrieb bald wieder aufgenommen werden.

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Das Zentrum im Herzen der Stadt wurde erst letzte Woche eröffnet

Das LGBTI-Zentrum in der Comte Borrell unweit des als „Gayxample“ bekannten Viertels wurde erst vor einer Woche eröffnet. Es ist ein Meilenstein in der Umsetzung des „Städtischen Plans für sexuelle und geschlechtliche Vielfalt“, zur Eröffnung kamen rund 8.000 Menschen.

Es bietet auf rund 1.250 Quadratmetern Platz für Gruppen- und Beratungsräume, einen Platz für Ausstellungen sowie ein Auditorium für Veranstaltungen und kann auch von der Nachbarschaft genutzt werden. Es wird von einer Plattform verschiedener LGBT-Organisationen betrieben, durch die Stadt Barcelona gefördert und arbeitet eng mit städtischen Stellen zusammen.

Die Community zeigt Einigkeit und geht gegen den Angriff auf die Straße

In der Stadt ist die Empörung über den Angriff groß: „Dieser neue Angriff zeigt die Zunahme der Aggressionen gegen die Community und die Notwendigkeit einer wirksamen Politik gegen den Hass auf sexuelle Minderheiten in Katalonien“, erklärte Eugeni Rodríguez, Präsident der Beobachtungsstelle gegen Homophobie (OCH).

Mehrere LGBT-Organisationen der katalanischen Hauptstadt haben für heute, Montag, um 18.30 Uhr zu einer Kundgebung vor dem Zentrum aufgerufen. Die Organisatoren der Barcelona Pride schrieben auf Facebook, sie verurteilten LGBTI-Phobie und betonten: „Wir gehen keinen Schritt zurück“.

Auch die Politik verurteilt die feige Tag einhellig

Die für Frauenfragen und sexuelle Minderheiten zuständige Stadträtin Laura Pérez meinte auf Twitter, dass „diejenigen, die nicht wissen, wie man Vernunft einsetzt, nur noch Gewalt haben“ und gab sich kämpferisch: „Wenn sie glauben, dass Drohungen uns zurückbringen, liegen sie sehr falsch. Wir sind überzeugter als je zuvor.“ Der Parlamentspräsident Kataloniens, Roger Torrent, stellte klar, dass Hass und Intoleranz keinen Platz im Land hätten.

Die offen bisexuelle Bürgermeisterin Ada Colau nannte die Tat einen „feigen Angriff“. Man lasse sich durch die Täter nicht einschüchtern, betonte auch sie. „Mehr denn je fühlen wir den Stolz darauf, eine vielfältige Stadt zu sein, und die Freude, zu lieben, wen wir wollen und wie wir es wollen“, erklärte sie.

Angriffe auf sichtbare Zeichen queeren Lebens sind auch bei uns keine Seltenheit: So wurde das Vereinszentrum der HOSI Wien kürzlich mit Eiern beworfen. Die Rosa Lila Türkis Villa auf der Linken Wienzeile wurde schon häufiger zur Zielscheibe serbischer Nationalisten, die Hass-Parolen auf die Fassade des Gebäudes schmierten.

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