Erste Pride in Skopje war ein voller Erfolg

Mit lauter Musik zogen die etwa 1000 Teilnehmer durch die Straßen der nordmazedonischen Hauptstadt

Skopje Pride 2019
Skopje Pride 2019

Ein voller Erfolg wurde die erste Pride-Parade in Nordmazedonien: Mehr als tausend Teilnehmer zogen am Samstag ohne Störungen durch die Straßen der Hauptstadt Skopje. Höhepunkt war der Auftritt der diesjährigen nordmazedonischen Song-Contest-Teilnehmerin Tamara Todevska bei der Abschlusskundgebung.

Am Westbalkan ist eine Pride weniger Party und mehr Protest

„Wir gehören zusammen mit Bosnien zu den letzten Ländern in der Region, die noch keine Pride-Parade gemacht haben“, erklärte Irena Cvetkovic vom Organisationskomitee Ivor der Parade:„Der Sinn unseres Marsches ist, insbesondere in einer Region wie unserer, weniger das Feiern als der Protest. Wir wollen Menschenrechtsfragen der LGBT wieder öffnen und freuen uns auf die Unterstützung der Allgemeinheit.“

Begleitet von lauter Musik und Pfeifen trugen die Teilnehmer eine große Regenbogenflagge durch die Straßen von Skopje. Mit ihrem Marsch demonstrierten die Teilnehmer unter anderem dagegen, dass sie besonders in kleineren Gemeinden des konservativen Landes diskriminiert werden.

Doch es gab für die Teilnehmer auch etwas zu feiern: Erst vor Kurzem wurde im Parlament des Zwei-Millionen-Staates ein Antidiskriminierungsgesetz beschlossen, dass auch die Merkmale sexuelle Orientierung und Geschlechteridentität umfasst – ein Zugeständnis an die EU, der Nordmazedonien beitreten will. An der Parade hatten auch mehrere Minister der Regierung und Botschafter aus EU-Staaten und den USA teilgenommen.

Religiöse Gegendemonstranten konnten die Pride nicht stören

Gegen die Skopje Pride demonstrierten einige hundert Kirchenbesucher nach dem Gottesdienst. Auf ihrer „Gegen-Pride“-Demonstration protestierten die christlichen Aktivisten in einiger Entfernung vom Paradenzug „für die Familie“. Die Polizei meldete keine Probleme oder Zusammenstöße.

Dass die Teilnahme an einer Pride-Parade am Westbalkan nicht immer friedlich enden muss, zeigten Vorfälle in den letzten Jahren: Sowohl in der serbischen Hauptstadt Belgrad als auch im kroatischen Split oder der montenegrinischen Hauptstadt Podgorica kam es in den letzten Jahren immer wieder zu Ausschreitungen. Dort hatten nationalistische Schläger-Gruppen die Kundgebungen immer wieder angegriffen.