US-Firma vor Durchbruch bei der Heilung von HIV

Zell- und Gentherapien als neuer Weg, den Virus zu bekämpfen

HIV
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US-Wissenschaftlern dürfte ein Durchbruch in der Behandlung von HIV gelungen sein. Wie lokale Medien berichten, hat die Pharmafirma American Gene Technologies (AGT) Anfang November bei der zuständigen Arzneimittelaufsicht FDA die Zulassung eines neuen Behandlungsansatzes für klinische Studien beantragt.

Zelltherapie soll dem Körper helfen, den Virus selbst zu bekämpfen

Dabei handelt es sich um eine Zelltherapie, bei der Zellen des Patienten außerhalb des Körpers bearbeitet werden, um dann – wieder zurück im Körper – gegen den Virus zu arbeiten. Das Immunsystem des Patienten sollte dann HIV wie jede andere Krankheit erkennen und bekämpfen können.

„Für uns ist das entscheidend“, sagt AGT-Vorstandsvorsitzender Jeff Galvin in einer Stellungnahme: „Wir müssen diese Menschen von der antiretroviralen Kontrolle des Virus zu permanenter Immunität bringen, und wir glauben, dass unser Projekt in der Lage ist, das zu machen.“

HIV-Aktivisten sind weiter skeptisch

HIV-Aktivisten sind nicht so euphorisch. „Diese Forschung wartet auf ihre Zulassung für einen Phase-Eins-Test, sie ist also noch in einem sehr frühen Stadium“, sagt beispielsweise der britische Aktivist Matthew Hodson dem Online-Medium PinkNews.

Wenn die FDA dem neuen Medikament die Zulassung erteilt, kann AGT das Medikament in klinischen Studien testen. Bei diesem Phase-Eins-Test soll vor allem festgestellt werden, ob das Medikament Menschen schadet. Damit wird in den nächsten Wochen gerechnet – bei AGT möchte man im Laufe des Jänners erste Probanden für die klinischen Tests auswählen.

Bis zur Marktreife können noch Jahre vergehen

Bis das Medikament marktreif ist und für die Behandlung von HIV international zugelassen wird, werden allerdings noch mehrere Jahre vergehen. „In Phase zwei beginnen sie, die theoretische Wirkungsweise zu testen,  und in Phase drei testen sie, ob ein bestimmter Ansatz wirksam ist –  es gibt also noch einige Hürden zu überwinden“, warnt Hodson.

Wenn die klinischen Tests zufriedenstellend verlaufen, könnte dieser neue Therapieansatz aber eine große Chance für jene 37,9 Millionen Menschen sein, die derzeit weltweit mit HIV leben. Derzeit haben nur 20 Millionen von ihnen Zugang zu antiretroviralen Medikamenten.