Drei Verletzte bei Angriff vor Schwulenclub: Täter zieht Messer

Zuerst haben sie die Besucher beleidigt - dann wurden sie handgreiflich

Blaulicht
Symbolbild - Archiv

In der Nacht auf Sonntag kam es vor einem Schwulenclub in Zürich zu einem homophoben Angriff. Wie die Blick-Zeitung berichtet, wurden dabei drei Männer verletzt – einer erlitt sogar eine Stichverletzung. Ein 15-Jähriger konnte festgenommen werden.

Eine Gruppe junger Männer beschimpfte die Besucher des Clubs

Es war gegen 2.30 Uhr in der Nacht auf Sonntag, als eine Gruppe von jungen Männern in der Nähe des bekannten Zürcher Clubs „Heaven“ mehrere schwule Männer anpöbelt. „Wir gingen aus dem Lokal, um frische Luft zu schnappen“, erinnerte sich ein 22 Jahre alter Betroffener gegenüber der Schweizer Gratiszeitung 20 Minuten: „Sie riefen heftige Beleidigungen wie etwa ‚ekelhafte Schwuchteln‘. Wir haben versucht, sie zu ignorieren.“

Dann sagte ein anderer Besucher des „Heaven“ den etwa fünf bis zehn jungen Erwachsenen, dass sie weggehen sollten. „Sie fühlten sich provoziert und gingen auf und los“, erinnert sich der Zeuge. Als er einem Freund helfen wollte und einen der Täter wegzerrte, griffen sie auch ihn an. Bei dem Angriff erlitt der 22-Jährige Verletzungen am Kopf und am Arm. Eine Wunde musste er im Krankenhaus nähen lassen.

Einen Security traf ein Messer in die Schulter

Damit kam der junge Mann noch glimpflich davon: Einem Security-Mitarbeiter des Clubs sollen die Angreifer mit einem Messer in die Schulter gestochen haben, ein anderer Mann wurde durch mehrere Faustschläge verletzt. Nach Angaben der Polizei wurden bei dem Angriff drei Männer verletzt, keiner davon lebensgefährlich. Sie haben gegen die Angreifer Anzeige erstattet.

Kurz darauf konnte die Stadtpolizei Zürich einen 15-jährigen Tatverdächtigen festnehmen. Er wurde polizeilich befragt und danach der Jugendanwaltschaft übergeben. Nach den anderen beteiligten Personen wird noch gefahndet. Die Stadtpolizei bittet Zeugen und alle, die sachdienliche Hinweise machen können, um Hinweise.

Immer wieder gibt es in Zürich Gewalt gegen die Community

Gewalt gegen die Community ist in Zürich keine Seltenheit: Erst in der Silvesternacht wurde in der Schweizer Stadt ein schwules Paar in der Nähe des „Heaven“ angegriffen und krankenhausreif geprügelt. Im September wurde ein schwules Paar ebenfalls am Hirschenplatz von fünf Männern verprügelt, weil sie sich geküsst hatten. Auch nach der Zürich Pride wurde ein schwules Paar angegriffen.

Gegenüber 20 Minuten betonte die Sprecherin der Stadtpolizei Zürich, dass aufgrund der Vorfälle die Polizeipräsenz in der Gegend seit Anfang des Jahres erhöht wurde.

Besonders bitter: Der Angriff auf die drei schwulen Männer geschah nur wenige Stunden, bevor sich die Schweizer Bevölkerung in einer Abstimmung dafür aussprach, öffentliche Hassreden gegen Homo- und Bisexuelle unter Strafe zu stellen.