Donnerstag, 18. Juli 2024
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Regenbogen-Corso: Deutliche Kritik an den Veranstaltern

Grüne kritisieren Autos statt Fahrrad - HOSI Wien schießt unerwartet scharf zurück

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Der erste Regenbogencorso ist geschlagen – begeistert zogen rund 200 Fahrzeuge um die Ringstraße. Doch rund um die Veranstaltung gab es teils erhebliche Misstöne, und auch bei der Durchführung herrschte zumindest anfangs Optimierungsbedarf. 

Wie gut hat die Eigenverantwortlichkeit bei den Zuschauern funktioniert?

“Die Zuschauer sind angehalten, den Sicherheitsabstand eigenverantwortlich einzuhalten”, erklärte Organisatorin Katharina Kacerovsky im Vorfeld. Doch das schien zumindest am Anfang nicht ganz geklappt zu haben. Wie der Kurier berichtet, drängten sich die Menschen dicht aneinander, bevor die Autos losfuhren – um den besten Blick auf das Geschehen zu haben. Sobald der Tross weg war, machten es sich die etwa 5.000 Zuseherinnen und Zuseher in kleineren und größeren Gruppen am Straßenrand gemütlich.  

Ein weiterer Kritikpunkt am Regenbogencorso: Gut 200 Fahrzeuge, die fünf Mal um die Ringstraße fahren, seien nicht gerade die klimafreundlichste Variante, um queere Sichtbarkeit zu zeigen. In Klagenfurt und Düsseldorf haben die Veranstalter der dortigen Regenbogenparade einen Fahrradcorso in der Innenstadt abgehalten – ohne Abgase. Auch die Hamburg Pride wird dieses Jahr auf dem Drahtesel stattfinden. Die Grünen Andersrum Wien erklärten, dass eine Autoparade ein “völlig falsches Signal” sei und kauften Emissionszertifikate für den Corso. 

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Klagenfurt, Hamburg und Düsseldorf feiern dieses Jahr auf dem Fahrrad – und sparen so Abgase

Bei der HOSI Wien als Veranstalterin gab man zu, dass “es hier noch Luft nach oben” gebe. Allerdings betont man, dass die Klimabilanz des Regenbogen-Corsos “unterm Strich zweifellos positiv” sei. Denn während der Veranstaltung seien immer noch weniger Autos unterwegs als sonst um diese Zeit auf der Ringstraße. “Dazu kommt, dass bei den geplanten 25 km/h der Treibstoffverbrauch niedriger ist als bei den sonst üblichen 50 km/h”, so die HOSI Wien. 

Dass jene Autos, die sonst um diese Zeit auf der Ringstraße gefahren wären, ebenfalls unterwegs sind, und zwar auf Ausweichstrecken, thematisiert die HOSI Wien allerdings nicht – dafür erinnern sie die Grünen Andersrum Wien süffisant daran, dass sie “mit ihrem nicht gerade spritschonenden Sattelschlepper an der Regenbogenparade teilnehmen”.