Home Medien Fernsehen „Promi Big Brother“: Öffentliches Coming Out von Sascha Heyna sorgt für Ärger

„Promi Big Brother“: Öffentliches Coming Out von Sascha Heyna sorgt für Ärger

Sat.1/Marc Rehbeck

Nach gut zweieinhalb Stunden der Auftaktsendung hat sich “Promi Big Brother”-Kandidat Sascha Heyna erstmals öffentlich als schwul geoutet. Doch die Begründung für diesen späten Schritt stößt einigen ehemaligen Kollegen des Shoppingsenders QVC sauer auf. 

Im Container lüftete Sascha Heyna ein Geheimnis, das keines mehr war

Dass Heyna schwul ist, war branchenintern kein Geheimnis. Dass er öffentlich nicht darüber reden wollte, wurde respektiert. Doch dann kam die Sat.1-Reality-Show. Als erstes wollte das 21-jährige Promi-Sternchen gleich nach dem Einzug von Heyna wissen, ob er schwul sei – doch da hielt sich der 45-Jährige noch einigermaßen wacker. 

“Wie sieht denn jemand aus, der schwul ist? Ich rede nicht darüber”, blockte er bei der großherzigen Blondine ab. Doch als ihn wenig später der Komiker Udo Böstrup noch einmal fragte, redete Heyna Klartext. ““Ich bin seit 15 Jahren mit meinem Freund zusammen. Ganz ehrlich, jetzt ist es raus”, erklärte er. 

Als er von seinem Partner sprach, kamen Heyna die Tränen

Im Einzelgespräch brach der 45-Jährige dann in Tränen aus. “Bis jetzt konnte ich meine kleine Familie verdrängen und jetzt, wenn ich darüber nachdenke, dann vermisse ich sie auch”, sagte er – und dann mit tränenerstickter Stimme: “Du hast da jemanden, den du mehr als 100 Prozent vertrauen kannst. Markus ist der, mit ganz großem Abstand, wichtigste Mensch.” 

Bis jetzt habe er sich noch nicht getraut, sich öffentlich zu outen, da er “schon in einem sehr konservativen Genre” arbeite, verteidigte sich Heyna gegenüber Böstrup. Und genau das ärgert seine ehemaligen QVC-Kollegen – hat der Sender doch dieses Jahr sogar mit Regenbogen-Logo gesendet. 

Dass er QVC als „konservatives Genre“ bezeichnet hat, ärgert Heynas Ex-Kollegen

„Das ist wirklich Quatsch, QVC ist kein konservatives Genre“, ärgert sich Heynas offen schwuler Ex-Kollege Sascha Lauterbach gegenüber der Bild-Zeitung: “Ich habe mich erst mal wirklich für ihn gefreut und war stolz auf ihn. Er wollte unbedingt in dieser Show mitmachen und hat es geschafft. Nach seinem Outing war ich aber enttäuscht, fassungslos und traurig”, so der 40-jährige, der seit 2016 verheiratet ist. 

Denn in den neun Jahren, in denen Lauterbach bei QVC arbeite, erlebte er selbst “Toleranz von der obersten Chefetage bis zur Security”. Nach seiner Hochzeit hatte er Angst vor der Reaktion des Publiums – “Aber QVC hat mich immer unterstützt. Alle haben drauf geschaut, ob Hasskommentare kommen, aber es gab nicht einen. Auch unsere Zuschauer sind also nicht konservativ”, so Heynas Ex-Kollege. 

Auch Heynas ehemalige Chefin Silvia El Sheikh hat die Erklärung des 45-Jährigen verwundert. Die Studioleiterin ist seit 24 Jahren bei QVC und lebt offen lesbisch. ”Ich war tief betroffen, enttäuscht und persönlich angefasst, als ich seine Worte gehört habe”, erklärt sie der Boulevardzeitung. 

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