TV-Wahrsager Mike Shiva ist tot

So trauern Prominente um den Schweizer Paradiesvogel

Mike Shiva
Mike Shiva/Facebook

Der wohl berühmteste Hellseher der Schweiz ist tot. Wie die Boulevardzeitung Blick berichtet, starb Mike Shiva am Freitag in Basel im Alter von 56 Jahren an Krebs. Mit seiner Homosexualität ging Shiva, der auch als Fernsehmoderator und Kolumnist bekannt wurde, recht offen um – auch, wenn er nicht gerne über sein Privatleben gesprochen hat.

Schon als Kind war Mike Shiva hellsichtig, schrieb er in seiner Biografie

So sagte er 2010, dass er nach zehn Jahren als Single seine dritte Beziehung eingegangen sei – mit einem echten „Paradiesvogel“, wie er seinen Partner bezeichnete: „Wenn ich mit ihm auf die Strasse gehe, dann schauen die Leute nicht auf mich, sondern auf ihn“, sagte er damals dem Blick. Zuletzt war Shiva nach eigener Aussage „glücklicher Single“,

Seine Biografie, die Shiva im Jahr 2018 herausbrachte, begann nicht mit der Geburt des TV-Hellsehers – sondern davor: Er habe sich aussuchen können, in welchen Körper und von welcher Mutter er geboren werden würde, schrieb er dort.  Schon als Kind sei er hellsichtig gewesen, so habe er sogar den Tod eines Mitschülers vorausgesehen, schreibt Shiva in dem Buch.

Lebensberatung am Telefon um 4,50 Franken pro Minute

In der Schweiz wurde Mike Shiva zunächst mit Massenhypnosen auf offener Bühne bekannt. In Basel eröffnete er eine Praxis für spirituelle Lebensberatung. Dann begann er, auch die Karten zu legen – über Jahre auch in den Shopping-TV-Fenstern der Privatsender, für 4,50 Franken die Minute.

Das sorgte auch für Kritik: Einen „teuer bezahlten Nonsens“ nannte der öffentlich-rechtliche Rundfunk SRF in seiner Konsumentenschutz-Sendung Kassensturz Shivas Hotline. Doch Shiva blieb zumindest in der Öffentlichkeit trotzdem von seinen Fähigkeiten überzeugt. Er habe einen direkten Draht ins Universum, erklärte er einmal. Er wollte den Menschen Mut machen, ihnen aufzeigen, dass es aus jeder Situation heraus einen hoffnungsvollen Ausweg gibt, sagte er letztes Jahr der Basler Zeitung.

Bei „Promi Big Brother“ hat Shiva seine spirituelle Mitte verloren

Einem größeren Publikum wurde Shiva, der bürgerlich Michel Wehner hieß, im Jahr 2018 bekannt. In „Promi Big Brother“ eroberte der Schweizer, dessen Markenzeichen ein farbenfrohes Kopftuch war, die Herzen der Fernsehzuschauer im gesamten deutschen Sprachraum.

Für ihn war die Zeit im TV-Container nicht einfach, wie er später erzählte: Sein Körper habe geschmerzt, er bekam Platzangst. „Dadurch, dass ich im Container eingesperrt war, habe ich meine spirituelle Mitte verloren“, erklärte er danach. Nach zehn Tagen wurde er von den Zuschauern aus dem Container gewählt.

Unter Prominenten ist die Trauer um Mike Shiva groß. „Lieber Mike, ich kann nicht in Worte fassen, was mir durch den Kopf schießt. Du warst ein wunderbarer Schweizer Paradiesvogel. Herzlich, lustig, offen und so wunderbar exzentrisch und glamourös. Du wirst fehlen. Bei meinen Festen. Du wirst UNS fehlen und du hinterlässt eine riesige Lücke… Was soll ich sagen?“, schrieb etwa „Dschungelcamp“-Teilnehmer Julian M. Stöckel auf Instagram.