Neue Corona-Regeln: Hard On vorerst geschlossen, Sitzparties im Why Not

Sujetbild: Leere Bar
Sujetbild - Adobe Stock

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen steigt in Österreich weiter: So gab es von Donnerstag auf Freitag insgesamt 808 Neuinfektionen, insgesamt sind derzeit 7.447 Personen an Corona erkrankt, davon liegen 62 auf Intensivstationen. Viele dieser Neuinfektionen sind auf Ansteckungen in Innenräumen zurückzuführen, heißt es.

Alle Getränke dürfen nur mehr sitzend an Tischen getrunken werden

Ab Montag gelten deshalb in ganz Österreich neue, verschärfte Regeln. Das hat die Bundesregierung am Donnerstag bekannt gegeben. Davon betroffen sind Veranstaltungen, die Gastronomie und private Feiern – und damit auch die LGBTI-Community.

So sind in der Gastronomie ab Montag nur mehr maximal zehn Personen an einem Tisch erlaubt. Auch Getränke dürfen nur mehr im Sitzen konsumiert werden, die Theke ist für Gäste tabu. Für Personal und Gäste gilt Maskenpflicht, Gäste dürfen die Maske nur am Tisch abnehmen. Und die Sperrstunde wird generell auf 1.00 Uhr festgelegt.

Die LMC Vienna schließt das Hard On vorerst wieder, das Puppy-Weekend wird verschoben

Für viele Lokale der Community bedeuten die neuen Bestimmungen neue Einschränkungen. Schließlich kann man seinen Drink nun an der Bar ebenso wenig genießen wie im Stehen mit Freunden. Und Freunde des Cruising können dies ab Montag auch nur mit Mund-Nasen-Schutz tun.

Als erstes hat das Hard On auf die Verschärfungen reagiert. Man werde das Clublokal der LMC Vienna bis auf weiteres wieder schließen, heißt es in einer Aussendung an die Mitglieder. Das betrifft auch das Puppy-Wochenende, das Anfang Oktober stattgefunden hätte. Es wird auf einen späteren Zeitpunkt verschoben.

Stattdessen möchte die LMC Vienna mit ihren Mitgliedern, wie auch während der ersten Schließung des Lokals, verstärkt auf Veranstaltungen im Freien setzen. Das Leather Social, ein ungezwungenes Treffen von Leder-Freunden, das am 26. September im Café-Restaurant ROPP geplant ist, soll wie geplant stattfinden.

Das Why Not setzt auf „Chairdance“ in die „neue Normalität“

Auch andere Lokale versuchen, sich auf die „neue Normalität“ einzustellen: Das Why Not, Wiens älteste und bekannteste Schwulendisco, setzt derzeit auf „Chairdance“: Die Gäste können dabei sitzend in den drei Bars der Disco unter Einhaltung der Hygienevorschriften und gesetzlichen Sperrstunde feiern. Dafür öffnen die Pforten bereits ungewohnt früh um 21.00 Uhr.

Wie andere Szene-Lokale mit der neuen Situation umgehen werden, ist noch unklar. Einige Cafés und Restaurants werden nur wenig ändern müssen, für Bars, Cruising-Locations und Discos werden die Einschränkungen aber durchaus spürbar sein. Und die mittleren und großen Parties, die vor Beginn der Corona-Krise einen Aufschwung erlebt haben, sind weiterhin in der Warteschleife.