LGBTI-feindliche Massenprügelei in der Frankfurter Innenstadt

20-jähriger Queer wurde von einer Gruppe Jugendlicher getreten und verprügelt

Blaulicht
Symbolbild - Archiv

In Frankfurt/Main hat am Samstagabend eine Gruppe Jugendlicher eine queere Person angegriffen und verletzt. Die Polizei hat den wahren Hintergrund der Tat in ihrer Pressemitteilung verschwiegen, wie das 20 Jahre alte Opfer in Sozialen Netzwerken selbst öffentlich machte.

„KweenDrama“ wurde zunächst beleidigt und dann von mehreren Jugendlichen verprügelt

Der Vorfall ereignete sich gegen 20.15 Uhr vor dem Einkaufszentrum „MyZeil“ im Zentrum der Bankenmetropole. Das Opfer, im Internet unter dem Namen „KweenDrama“ bekannt, wurde zunächst von einer Person beleidigt, dann setzten mehrere Personen die Beleidigungen fort. 

Kurz darauf begann einer der mutmaßlichen Angreifer, „KweenDrama“ zu treten. Als sich der 20-Jährige dagegen wehrte, griffen ihn acht bis zehn weitere junge Männer mit Schlägen und Tritten an – dem Opfer geholfen hat fast niemand. In Sozialen Netzwerken kursieren Videos des Angriffs.

Die mutmaßlichen Angreifer sind wieder auf freiem Fuß

Die alarmierte Polizei hat vor Ort „mehrere Personen zwischen 14 und 30 Jahren“ festgenommen, wie es in der offiziellen Pressemeldung heißt. Eine genaue Zahl gab die Behörde nicht bekannt. Nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen wurden sie wieder entlassen.

Die Ermittlungen dauern noch an. Im Gegensatz zu anderen Behörden wie der Berliner Polizei wurde der mutmaßlich LGBTI-feindliche Tathintergrund in der offiziellen Mitteilung ihrer Frankfurter Kollegen nicht erwähnt. Ebenso gibt es keine Informationen zum Gesundheitszustand des Opfers.

Warum „KweenDrama“ zur Zielscheibe wurde, ist nicht bekannt. Wie das deutsche LGBTI-Newsportal queer.de schreibt, hatte der 20-Jährige am Wochenende zuvor im Frankfurter YouTube-Kanal von BrEso über queere Themen und LGBTI-Feindlichkeit gesprochen.