Welt-Aids-Tag: Österreichische Politiker betonen „gemeinsame Verantwortung“

Mehr Prävention, Tests und Teilhabe für Betroffene sind die Gebote der Stunde

Red Ribbon auf der Hofburg
Parlamentsdirektion/Thomas Topf

Zum heutigen Welt-Aids-Tag gibt es auch zahlreiche Stellungnahmen aus der österreichischen Innenpolitik. Sie betonen: Bekämpft werden soll das Virus – nicht die Menschen, die mit ihm infiziert sind.

Auch das Parlament setzt ein sichtbares Zeichen gegen Ausgrenzung

Das Parlament hat in seinem Ausweichquartier in der Hofburg eine überdimensionale rote Schleife angebracht. „Wir setzen damit ein deutlich sichtbares Zeichen für Toleranz und gegen Ausgrenzung“, so Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka von der ÖVP. Er betonte, besonders beim niederschwelligen Zugang zu Medikamenten und Tests gebe es eine „gemeinsame Verantwortung“.

Eine Red-Ribbon-Fahne weht auch von der Parteizentrale der SPÖ in der Wiener Löwelstraße. „Bekämpfen wir Aids, nicht Menschen, die an Aids erkrankt sind – dieser Grundsatz gilt heute mehr denn je. Am Welt-Aids-Tag und an jedem anderen Tag im Jahr muss sich unsere Gesellschaft gegen die Ausgrenzung von HIV-Erkrankten und für volle soziale Teilhabe einsetzen“, betonen der Wiener SoHo-Vorsitzende Bakri Hallak, und SoHo-Bundesvorsitzender Mario Lindner.

Ganzheitliches Vorgehen und internationale Solidarität sind gefragt

Außerdem forderte die SPÖ zum Welt-Aids-Tag ein „ganzheitliches Vorgehen gegen HIV und Aids“ – mit fundierter Prävention, niederschwelligen Testmöglichkeiten und den bestmöglichen Therapien – auch international. „Programme der internationalen Entwicklungszusammenarbeit spielen eine wichtige Rolle, um Zugang zu Medikamenten zu sichern. Aber da geht noch mehr“, betont beispielsweise Petra Bayr, SP-Bereichssprecherin für globale Entwicklung.

„Programme der internationalen Entwicklungszusammenarbeit spielen eine wichtige Rolle, um Zugang zu Medikamenten zu sichern. Aber da geht noch mehr“, betont auch Neos-Gesundheitssprecher Gerald Loacker. Er kritisiert, dass die Zahl der Neuinfektionen noch immer zu höch sei.

Anschober: Mehr Geld und Planungssicherheit für Aids-Hilfen

Gesundheitsminister Rudolf Anschober von den Grünen betonte anlässlich des Welt-Aids-Tags die Wichtigkeit von Prävention, Aufklärung sowie von Unterstützungsangeboten für Betroffene. Deshalb wurde der HIV-Fonds um 25 Prozent aufgestockt und der Förderzeitraum für die Aids-Hilfen von einem auf zwei Jahre erhöht.

„Die Aids-Hilfen sollen dadurch als wichtige Säulen in der Prävention von sexuell übertragbaren Krankheiten an Planungssicherheit gewinnen, um sich noch stärker auf ihre wichtigen Kernaufgaben konzentrieren zu können“, so Anschober.

Der Welt-Aids-Tag wurde 1988 zum ersten Mal von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ausgerufen. Er soll für Bewusstsein und Solidarität mit HIV-positiven und an Aids erkrankten Menschen sorgen. Dieses Jahr wird er unter dem Motto „Globale Solidarität, gemeinsame Verantwortung“ begangen.