Queerfeindliche Gewalttat: 16-Jähriger in Untersuchungshaft

Der Tatverdächtige ist bei der Frankfurter Polizei kein Unbekannter

Sujetbild: Blaulicht eines Polizeiautos
Sujetbild - Adobe Stock

Mitte November ist in Frankfurt/Main eine queere Person von einer Gruppe Jugendlicher angegriffen und verletzt worden. Nun gibt die Polizei bekannt: Einer der mutmaßlichen Täter sitzt nach dem queerfeindlichen Angriff in Untersuchungshaft.

Zehn Männer prügelten und traten ihr wehrloses Opfer mitten in Frankfurt/Main

Der Vorfall ereignete sich am 16. November gegen 20.15 Uhr vor dem Einkaufszentrum „MyZeil“ im Zentrum der Bankenmetropole. Das 20 Jahre alte Opfer, im Internet unter dem Namen „KweenDrama“ bekannt, wurde zunächst von einer Person beleidigt, dann setzten mehrere Personen die Beleidigungen fort. 

Kurz darauf begann einer der mutmaßlichen Angreifer, „KweenDrama“ zu treten. Als sich der 20-Jährige dagegen wehrte, griffen ihn acht bis zehn weitere junge Männer mit Schlägen und Tritten an – dem Opfer geholfen hat dabei fast niemand. In Sozialen Netzwerken kursieren Videos des Angriffs.

Schon fünf Tage nach dem Angriff nahm die Polizei einen Tatverdächtigen fest

Wie erst jetzt bekannt wurde, hat die Polizei bereits am 20. November einen der mutmaßlichen Täter verhaftet: Dem 16-Jährigen wird vorgeworfen, auf der Zeil dem Opfer mehrere Male gegen den Oberkörper und den Kopf getreten zu haben. Er gehört zu jenen zehn Personen, die unmittelbar nach der Tat festgenommen wurden.

Der deutsche Staatsbürger mit Migrationshintergrund war der Frankfurter Polizei schon durch weitere Körperverletzungsdelikte, Beleidigungen und Schwarzfahrens bekannt. Zuletzt war er in der Halloween-Nacht aufgefallen, als eine Gruppe von etwa 600 Personen ebenfalls auf der Zeil die Polizei angegriffen hatte.

Der verdächtige 16-Jährige ist polizeibekannt

Zwei Tage, bevor der 16-Jährige „KweenDrama“ angegriffen hatte, führte die Frankfurter Polizei mit ihm eine „Gefährderansprache“ durch – doch die hatte ihn nicht davon abgehalten, „unmittelbar danach Kontakt zu dem Geschädigten aufzunehmen und diesen zu bedrohen. Daraufhin wurde ein U-Haftbefehl beantragt“, wie es in der Pressemitteilung heißt.

Die Polizei in Frankfurt/Main bittet Zeuginnen und Zeugen der Tat nach wie vor, sich per Telefon unter der Rufnummer +49/(0)69/755-35108 oder per E-Mail an die Adresse e-jugend-hdjr-hoechst.ppffm@polizei.hessen.de zu melden.