Belgischer Radprofi Justin Laevens outet sich

Aus der Radsport-Community bekommt der 19-Jährige viel Unterstützung

Justin Laevens
privat

Der belgische Radprofi Justin Laevens ist schwul. Gegenüber dem Portal sportNU.be hat der 19-Jährige anlässliich der belgischen Meisterschaften zum ersten Mal offen über seine Homosexualität geredet. Damit ist er der erste offen schwule Radsportler – die Reaktionen darauf sind durchwegs positiv.

Mit seinem Schritt möchte er auch anderen Athleten ein Vorbild sein

Laevens ist eines der großen Talente im Cyclocross, das bei uns auch als Querfeldein oder Radcross bekannt ist. Es sei schwer, im Sport offen schwul zu sein, so Laevens. Trotzdem ist es ihm wichtig: „Ich hoffe, ich kann anderen Athleten, anderen Fahrern und Cyclocrossern, die sich noch immer in ihrer harten Schale verstecken könnten, ein Vorbild sein“, so der Belgier.

Den Schritt hat sich der 19-Jährige gut überlegt: „Ich habe schon zwei Jahre lang darüber nachgedacht. Es war ein großer Schritt. Meine Eltern nahmen es sehr positiv auf. Ich hatte vor allem Angst vor den Reaktionen bekannterer Fahrer oder Teams – dass sie mich anders wahrnehmen würden. Doch ich glaube nicht, dass das der Fall ist“, hoffte der Jungsportler.

„Ich habe noch keine negativen Reaktionen erlebt“

Und in der Radsportszene wurde das Coming Out auch positiv aufgenommen: „Ich habe noch keine negativen Reaktionen erlebt. Ich werde so akzeptiert, wie ich bin, alles ist so wie früher. Auch beim Umkleiden verhält sich niemand anders“, berichtet Laevens dem öffentlich-rechtlichen Sender VRT.

Die Zahl seiner Follower in Sozialen Medien explodierte, er erhielt nach seinem mutigen Schritt viel Zuspruch: „Mein Freund hat auch nicht erwartet, dass mein Outing so viel auslösen würde. Plötzlich bekomme ich auch mehr Aufmerksamkeit von gutaussehenden Typen“, lacht er. „Aber er geht damit sehr gelassen um. Er ist überhaupt nicht eifersüchtig und freut sich für mich über die vielen netten Reaktionen.“

Durchwachsenes Ergebnis bei der belgischen Meisterschaft

Wie das Radportal CyclingNews berichtet, verwies Laevens in einer Instagram-Story auf die Kampagne „#samesportdifferentsexuality“ des belgischen Ruderers Simon Haerink, der damit Homophobie im Sport bekämpfen sowie Toleranz und Akzeptanz fördern will.

Bei der Landesmeisterschaft im Cycocross erreichte Laevens unter erschwerten Bedingungen Rang 39: Aufgrund der Coronakrise starteten die U23-Fahrer zusammen mit den erfahrenen Profis – eine Herausforderung für die jungen Fahrer: „Viele Leute denken, dass es eine Ehre ist, mit den großen Jungs zu fahren, aber es ist sehr hart. Als U23-Fahrer starten wir ganz hinten. Die Jungs haben einen sehr explosiven Start“, so der 19-Jährige.