Mit Leiche seines Partners: Spanier 40 Kilometer als Geisterfahrer unterwegs

Bei den Gründen für die Fahrt verwickelte sich der 66-Jährige in Widersprüche

Sujetbild: Blaulicht eines Polizeiautos
Sujetbild - Adobe Stock

In Spanien ist ein Geisterfahrer mit einer Leiche auf dem Beifahrersitz festgenommen worden. Dahinter steckt eine tragische Geschichte: Wie die Tageszeitung El País berichtet, handelte es sich bei dem Toten um den aus der Schweiz stammenden Lebenspartner des Lenkers.

Kurz nach der französischen Grenze wendete der Mann plötzlich sein Auto

Der Geisterfahrer war ein 66-jähriger Spanier, der lange in der Schweiz gelebt hatte und beide Staatsbürgerschaften besitzt. Gestern Nachmittag war der Mann mit der Leiche an der spanisch-französischen Grenze unterwegs, als er bei einer Kontrolle der französischen Grenzpolizei bei Le Boulou plötzlich seinen weißen Citroën C-3 wendete und auf der Autobahn in falscher Richtung davonfuhr. Die französische Polizei informierte sofort die spanischen Behörden.

Doch die Mossos d’Esquadra, die katalanische Polizei, konnten die Geisterfahrt auf der Autobahn AP-7 erst gut 40 Kilometer hinter der Grenze, in der Nähe von Jafre in der Provinz Girona, stoppen: Der 66-Jährige sei durch einen Unfall, bei dem er nicht ernsthaft verletzt wurde, zum Halten gekommen, teilten die Mossos mit. Der Fahrer wollte zunächst nicht aussteigen und machte widersprüchliche Aussagen, warum er seinen Wagen mitten auf der Autobahn gewendet hatte. Er wurde wegen Gefährdung der Verkehrssicherheit festgenommen. Heute soll der Mann einem Richter vorgeführt werden.

Auf dem Beifahrersitz lag die verweste Leiche des Lebenspartners – zugedeckt und angeschnallt

Nach dem Unfall entdeckten die Beamten auf dem Beifahrersitz unter einer Decke die stark verweste Leiche des 88-jährigen Lebenspartners des Mannes, vorschriftsmäßig angeschnallt. Der Schweizer war vor mindestens drei Wochen unter ungeklärten Umständen gestorben. Nun soll die Leiche einer Autopsie unterzogen werden, wie El País berichtet. Derzeit wird nicht von Fremdverschulden ausgegangen. Offenbar wollte der Geisterfahrer mit dem Körper in die schweizerische Heimat seines verstorbenen Lebenspartners fahren.

Allerdings gibt es wegen der Corona-Pandemie derzeit an der Grenze zwischen Spanien und Frankreich Kontrollen, bei denen unter anderem ein negativer PCR-Test vorgelegt werden muss – damit hat der Spanier offenbar nicht gerechnet. Die Mossos vermuten außerdem, dass der Mann mit der Leiche seines toten Partners seit mehreren Tagen in verschiedenen spanischen Städten wie Madrid oder Vilafranca del Penedès unterwegs war.