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EU: Corona hat Lage von LGBTI verschlimmert

Auch in Europa gibt es noch jede Menge zu tun

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Anlässlich des Internationalen Tages gegen Homo-, Bi-, Inter- und Transfeindlichkeit (IDAHOBIT) hat der EU-Außenbeauftragte Josep Borell auch im Namen der EU darauf hingewiesen, dass die Corona-Pandemie die Lage für sexuelle Minderheiten weiter verschlimmert habe. Dabei gibt es auch in der EU selbst noch viel zu tun.

Mehr Gewalt und Diskriminierung aufgrund der Corona-19-Pandemie

„Die Covid-19-Pandemie hat zu noch mehr Gewalt und Diskriminierung gegen LGBTI-Personen geführt“, so der 74-Jährige in einer Erklärung. Das betreffe etwa häusliche Gewalt, Hassreden im Netz und im echten Leben sowie Hassverbrechen. Borell betonte, dass jeder Mensch frei und gleich geboren sei und die Europäische Union ihr starkes Engagement bekräftige, die Menschenrechte von LGBTI-Personen zu verteidigen und zu fördern.

Dabei sieht es um die Rechte sexueller Minderheiten auch in der EU nicht immer rosig aus: So haben zuletzt Polen und Ungarn verhindert, dass das Wort „Geschlechtergerechtigkeit“ in der Erklärung des EU-Sozialgipfels verwendet wird – sie sehen dadurch eine Formulierung, die „Raum für LGBT-Rechte“ schaffe. In Polen haben sich Gebiete, die fast ein Drittel der Fläche des Landes ausmachen, als „LGBT-Ideologiefreie Zonen“ proklamiert.

Auch in Österreich gibt es noch viel zu tun: So liegt die Alpenrepublik etwa einer Studie der Europäischen Grundrechteagentur (FRA) über Gewalt aufgrund von sexueller Orientierung oder Geschlechtsidentität deutlich über dem EU-Schnitt – in den auch Länder wie Ungarn oder Polen miteinberechnet sind.

In 69 Staaten wird Homosexualität kriminalisiert

Man sei in Brüssel auch darüber besorgt, dass gleichgeschlechtliche Liebesbeziehungen in 69 Ländern kriminalisiert werden und in Brunei, Iran, Jemen, Mauretanien, Nigeria oder Saudi-Arabien, sogar die Todesstrafe drohe. In Afghanistan, Pakistan, Katar, Somalia und den Vereinigten Arabischen Emirate kann die Todesstrafe unter bestimmten Bedingungen ausgesprochen werden.

Der Internationale Tag gegen Homo-, Bi-, Inter- und Transfeindlichkeit findet seit 2005 am 17. Mai statt. An diesem Tag im Jahr 1990 hatte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) beschlossen, Homosexualität aus ihrem Diagnoseschlüssel für Krankheiten zu streichen. Transsexualität folgte erst im Jahr 2018.