Klagenfurt: Übergriffe während und nach der Regenbogenparade

Nun suchen die Veranstalter nach weiteren Betroffenen

Lindwurmbrunnen/Klagenfurt
StadtPresse Klagenfurt/Walter Fritz

Auch in Klagenfurt hat es am Samstag eine Pride gegeben – doch während und nach der Demonstration soll es zu Übergriffen gekommen sein. Das berichten die Veranstalter, der Verein Queer Klagenfurt/Celovec. Sie haben nun einen Aufruf gestattet, um weitere mögliche Betroffene zu finden. 

Teilnehmer wurden beschimpft, verfolgt und angespuckt

Der Samstag begann hoffnungsfroh: Mehrere hundert Teilnehmer nahmen an der sechsten Pride’N’Ride Regenbogenparade teil. Doch noch während der Demonstration soll es zu Übergriffen gekommen sein, auch danach habe es Vorfälle gegeben: „Uns haben in den letzten Tagen sehr viele Nachrichten erreicht, die von Übergriffen berichteten. Personen wurden beschimpft, verfolgt und angespuckt. Es wurden auch absichtlich Regenbogenfahnen beschädigt“, sagt Hannah Tomasi, Mitglied des Vereines Queer Klagenfurt/Celovec, der Kleinen Zeitung

Gegen die Vorfälle, die dem Verein bekannt sind, hat er Anzeige erstattet. Allerdings möchte Queer Klagenfurt/Celovec alle Informationen zu möglichen Übergriffen sammeln, um dagegen vorzugehen. Deshalb startet der Verein einen Aufruf: Weitere Betroffene, die während oder nach der Klagenfurter Regenbogenparade belästigt oder bedroht wurden, sollen sich über queerklagenfurt@gmail.com melden.  

Veranstalter fordert auch Unterstützung durch den Gesetzgeber

Doch auch den Gesetzgeber sieht der Verein gefordert: “Es braucht dringend ein Gesetz, das diskriminierendes Verhalten im privaten Raum untersagt! Ebenso benötigen wir Ressourcen von Stadt, Land und Bund, um Aufklärungsarbeit zu betreiben und Entstigmatisierung und eine Normalisierung schaffen zu können. Jede Form und Situation der Gewalt ist eine zu viel”, so Tomasi weiter. 

Denn oft werden Beschimpfungen, Beleidigungen oder Drohungen gar nicht angezeigt, eine flächendeckende Zählung LGBTI-feindlicher Hassverbrechen findet erst seit kurzem statt. Der Klagenfurter Polizei zufolge sei die Parade “sehr ruhig” abgelaufen, ihr wurden zunächst keine Übergriffe gemeldet. Der Anzeige des Vereins Queer Klagenfurt/Celovec gehe man nach. 

Allerdings hat es dieses Jahr während der Pride-Saison in Österreich wiederholt Vorfälle gegeben – sowohl bei der Regenbogenparade in Wien als auch in den anderen Bundesländern. So hat ein Teenager während der Bregenz Pride mit einer Schreckschusspistole um sich geschossen, immer wieder wurden Regenbogenflaggen heruntergerissen oder zerstört – zuletzt im obersteirischen Mürzzuschlag