OnlyFans nimmt Pornografie-Verbot vorläufig zurück

Nach Protesten rudert der Anbieter nun zurück

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Letzte Woche hat die Plattform OnlyFans für Aufregung gesorgt: Die vor allem im Erwachsenenbereich beliebte Webseite hat angekündigt, keine pornografischen Inhalte mehr zu erlauben. Nun hat sie diese Änderung ihrer Geschäftspolitik ausgesetzt. 

Nun betont OnlyFans, für Inklusion aller Creators stehen zu wollen

“Danke an alle, dass ihr Euren Stimmen Gehör verschafft hat”, beginnt ein Tweet, den die Plattform heute Nachmittag veröffentlicht hat: “Wir haben uns Zusicherungen eingeholt, die zur Unterstützung unserer vielfältigen Creator-Community erforderlich sind, und haben die für den 1. Oktober geplante Änderung der Richtlinien ausgesetzt.” 

OnlyFans betont weiters, für Inklusion zu stehen und weiterhin “allen Creators” ein Zuhause bieten zu wollen. Eine offizielle Mitteilung an die Creators, wie die Inhaber der einzelnen Kanäle genannt werden, solle in Kürze per E-Mail vesandt werden, kündigte die in London ansässige Firma an. 

OnlyFans wollte sich von Porno-Content trennen

Letzten Freitag hatte OnlyFans angekündigt, sich von pornografischem Content trennen zu wollen – und so einer Anforderung von Banken und Kreditkartenfirmen nachzukommen. So haben Firmen wie MasterCard zuletzt auch auf Druck konservativer Lobby-Gruppen ihre Richtlinien deutlich verschärft, wenn es um Zahlungen an Seiten geht, die pornografische Inhalte anbieten. 

So sieht MasterCard für eindeutige Inhalte zahlreiche Vorgaben vor: Somüssen Alter und Identität aller sichtbarer Personen dokumentiert werden, ebenso Alter und Identität der für den Upload Verantwortlichen. Es muss auch einen Prüfprozess geben, in dem die Vereinbarkeit der Inhalte und die Dokumente sichergestellt werden muss, bevor sie veröffentlicht werden. Für Livestreams soll es Echtzeit-Überprüfungen geben. 

Deshalb wollte OnlyFans ab 1. Oktober Inhalte verbieten, die etwa Masturbation, Geschlechtsverkehr oder simulierten Geschlechtsverkehr zeigen, wie es in einer Mail von Seitengründer Tim Stokely an die Creators hieß. Das wäre ein harter Schlag für unzählige Sexarbeiter:innen, die durch ihre OnlyFans-Kanäle ein verhältnismäßig stabiles und sicheres Einkommen haben. 

Für OnlyFans wäre das ein massiver Einbruch der Aufrufe und Einnahmen

Sie sind nach der Ankündigung scharenweise zu alternativen Webseiten, wie etwa JustForFans, 4My Fans oder Fansly ausgewichen. Diese Seiten haben in den letzten Tagen einen deutlichen Anstieg an Anmeldungen registriert. JustForFans hat die Spanne, die es von den Abos behält, von 30 auf 20 Prozent reduziert und seine Serverfarm aufgerüstet. 

Der Druck, pornografische Inhalte zu verbieten, käme dabei auch von Banken wie JP Morgan Chase, Bank of New York Mellon oder der britischen Metro Bank, wie Stokely in seiner Nachricht an die Creators schrieb.