Katar: Ex-Fußballstar hetzt im Satelliten-TV gegen Homosexuelle

Dem ägyptischen Ex-Nationalspieler Mohamed Aboutrika werden Sympathien zu den Moslembrüdern nachgesagt

Mohamed Aboutrika
Screenshot: beIN/Twitter

In einem Jahr findet in Katar die Fußball-Weltmeisterschaft statt – einem Land, in dem Muslimen für homosexuelle Handlungen die Todesstrafe droht. Kritik aus der LGBTI-Community versucht man zu relativieren. Doch die Realität sieht anders aus, wie jetzt ein Vorfall bei einem international agierenden Fernsehsender beweist.

Aboutrika wettert gegen die Regenbogen-Kampagne der britischen Premier League

Auf dem katarischen Fernsehsender beIN Sports, dem führenden Sportsender in Nordafrika und im Nahen Osten, hetzte einer der ehemals besten Fußballspieler Afrikas gegen sexuelle Minderheiten: Mohamed Aboutrika, der 105 Mal für die ägyptische Nationalmannschaft auflief und jetzt bei beIN als Sportexperte arbeitet, empörte sich darüber, dass die britische Premier League aktiv gegen Homophobie ankämpft. So gab es bei der Premier League eine Kampagne, bei der Spielführer zwischen 27. November und 2. Dezember mit einer Regenbogen-Binde einlaufen sollen.

Das gefiel dem ehemaligen Spitzenkicker überhaupt nicht. „Unsere Rolle besteht darin, diesem Phänomen, der Homosexualität, entgegenzutreten, denn das ist eine gefährliche Ideologie, die auch böse wird: Die Leute schämen sich nicht mehr dafür“, empörte sich der 43-Jährige über die Aktionen der britischen Liga. Homosexualität sei „nicht vereinbar mit dem Islam und widerspricht dem gesunden Menschenverstand“, so Aboutrika weiter.

Weder die Moderatoren noch der Sender beziehen klar Stellung

Dafür lobte er muslimische Spieler in der Premier League, die sich an den Aktionen gegen Homophobie nicht beteiligten. Den Sender forderte er auf, die Regenbogen-Aktionen in seiner Berichterstattung nicht zu erwähnen. Von den Moderatoren bekam Aboutrika während seiner Schimpftirade keinen Widerspruch.

Und auch im Nachhinein scheint beIN die Hetze gegen sexuelle Minderheiten nicht zu stören. In einer Pressemitteilung zu dem Vorfall heißt es lediglich, als globale Mediengruppe „vertreten und unterstützen wir Menschen, Anliegen und Interessen jedweder Herkunft, Sprache und Kulturerbes in 43 sehr unterschiedlichen Ländern, wie wir jeden Tag zeigen“. 

Ob beIN auf Aboutrika verzichtet, ist unklar

Zu Aboutrika oder dessen Aussagen gab es keine Distanzierung. Auf eine Nachfrage des Nachrichtensenders, ob Aboutrika weiter als Experte zu sehen ist, wollte sich ein Sprecher von beIN nicht äußern. Die britische Boulevardzeitung Daily Mail berichtet allerdings, dass der Sender künftig auf die Dienste des Ägypters verzichten wird.

Mohamed Aboutrika lebt derzeit in Katar, da er in seiner Heimat Ägypten wegen seiner Verbindungen zur radikalislamischen Muslimbruderschaft auf einer Terrorliste geführt wird. Er selbst hat Vorwürfe, die Gruppe finanziell unterstützt zu haben, immer zurückgewiesen.