SPÖ-Lindner lädt ÖVP-Staatssekretärin zum Blutspenden ein

"Zeigen wir, dass politischer Fortschritt auch über die Grenzen von Regierung und Opposition möglich ist"

Mario Lindner
SPÖ

Gestern hat Jugend-Staatssekretärin Claudia Plakolm von der ÖVP öffentlichkeitswirksam die Einschränkungen bei der Blutspende für schwule und bisexuelle Männer kritisiert. Nun gibt ihr SPÖ-Gleichbehandlungssprecher Mario Lindner Gelegenheit, auch dementsprechend zu handeln – und lädt sie gemeinsam mit dem Gesundheitsminister zur gemeinsamen Blutspende ein.

„Gehen wir zusammen Blut spenden“

„Gehen wir zusammen Blut spenden, um den Menschen in unserem Land zu zeigen, dass politischer Fortschritt auch über die Grenzen von Regierung und Opposition hinweg möglich ist“, heißt es in einem Offenen Brief an Plakolm und den neuen Gesundheitsminister Johannes Rauch von den Grünen. Als schwuler Mann ist Lindner derzeit generell von der Blutspende ausgeschlossen.

Über Plakolms Meinungsänderung war Lindner zunächst etwas verwundert – hat sie doch als Nationalratsabgeordnete „zig Mal gegen SPÖ-Anträge gestimmt, die ein rasches Diskriminierungsverbot bei der Blutspende vorgesehen haben“. Das „progressive Erwachen in ÖVP-Kreisen“ zeige, „dass eine einhellige Meinung der Wissenschaft nach jahrelanger Diskussion auch in der Regierung ankommt“, hofft der SPÖ-Politiker.

Jetzt geht’s um die Blutspende ohne Diskriminierung

Nun erwartet Lindner von ÖVP und Grünen „rasch ein umfassendes Diskriminierungsverbot in der Blutspendeverordnung“: „Lassen wir diese vorgestrige Politik endlich hinter uns und ermöglichen allen Menschen, die helfen wollen, endlich die Blutspende.“ Denn auch wenn der Schritt „mit weniger politischem Hick-Hack im Sinne zehntausender betroffener Schwuler, Bisexueller und transidenter Personen geschafft werden hätte können, zählt am Ende das Ergebnis“, so Lindner.

Plakolm hatte gestern die derzeitigen Einschränkungen bei der Blutspende kritisiert: „Jede Blutspende wird ohnehin genauestens untersucht. Da verstehe ich die Diskriminierung von Jungen und Homosexuellen ganz und gar nicht“, sagte sie in einem Interview mit der Tageszeitung Heute . Bis jetzt hatte die ÖVP die diskriminierenden Bestimmungen immer mitgetragen.

Denn derzeit müssen unter anderem Männer, die Sex mit Männern haben, bis zu zwölf Monate nach ihrem letzten Geschlechtsverkehr auf die Blutspende verzichten – zumindest beim Roten Kreuz, das in diesem Bereich in Österreich praktisch das Monopol hat. Das gilt auch für Frauen, die Sex mit einem Mann haben, der seinerseits Sex mit anderen Männern hat. Trans Personen sind von der Blutspende vollständig ausgeschlossen.