Unbekannte zerstören Regenbogenflagge vor der Montanuni Leoben

Polizei ermittelt wegen einer "vorurteilsmotivierten Straftat"

Beschädigte Regenbogenflagge vor der Montanuniversität Leoben
VSStÖ Leoben

LGBTI-feindlicher Hass in der Obersteiermark: Wie die Kleine Zeitung berichtet, haben Unbekannte in der letzten Woche gleich zwei Mal versucht, die Regenbogenflagge vor der Montanuniversität Leoben zu zerstören. Nun ermittelt die Polizei. 

Die Polizei sucht nun nach Tatverdächtigen

In der Nacht von Dienstag auf Mittwoch haben die unbekannten Täter:innen die Flagge stellenweise heruntergerissen und die Enden angezündet. Am Donnerstag wurde das Symbol der LGBTI-Bewegung dann endgültig abgeschnitten und zerstört. 

Auf dem Fahnenmast konnten die Beamt:innen der Leobner Polizei den Aufkleber einer Studierendeninitiative sicherstellen, die sich schon kritisch zu den Coronamaßnahmen geäußert hatte. Ob es Verbindungen zwischen den Studierenden und der Tat gibt, ist derzeit Gegenstand der Ermittlungen. 

Regenbogenflagge wurde erst am 2. Mai zum „Diversity Month“ gehisst

Die Regenbogenflagge wurde erst am 2. Mai im Rahmen eines “Diversity Month” vor der Montanuniversität gehisst. Die Universität verurteilte die Beschädigung zutiefst, betonte Pressechef Erhard Skupa. Die Universität habe Anzeige gegen Unbekannt wegen mutwilliger Beschädigung von Universitätseigentum erstattet.  

Auch der Verband Sozialistischer Student:inen (VSStÖ) an der Montanuniversität verurteilt die Tat. Die Universität solle ein Ort werden, an dem sich jede:r wohl fühle. Der Vandalenakt zeige, dass es “noch viel Aufklärungsarbeit” brauche. Man erwarte, dass die Täter:innen “zur Rechenschaft gezogen” würden. 

Die Montanuniversität Leoben lässt sich nicht ermutigen und ersetzt die Flagge

Die Polizei ermittelt nun wegen Sachbeschädigung – dabei dürfte das Zerstören einer Regenbogenflagge als “vorurteilsmotivierte Straftat”, wie Hasskriminalität offiziell heißt, gewertet werden. Insgesamt wurden in der Steiermark im letzten Jahr 32 Hassverbrechen aufgrund der sexuellen Orientierung gezählt. 

Die Montanuniversität Leoben will sich von solchen Vandalenakten nicht entmutigen lassen. Man wolle künftig weitere Beiträge für Solidarität und Wertschätzung leisten, so Skupa gegenüber der Kleinen Zeitung: “Unsere Teilnahme an den Aktivitäten im Rahmen des ‚Monats für Vielfalt 2022 der Europäischen Union‘ bleiben von diesem Vandalenakt unbeeinflusst und werden in vollem Umfang weitergeführt”, betont er. 

Die Regenbogenflagge vor der Universität werde “selbstverständlich” ersetzt.