Tod beim Chemsex: Hatte der Verdächtige Sex mit der Leiche?

Schrecklicher Verdacht verstört die Wiener Community

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Immer neue Details werden im Fall eines 52-jährigen Wiener bekannt, der seit März in der Josefstadt in Untersuchungshaft sitzt, weil er zwei Männer beim Chemsex getötet haben soll. Neue Einzelheiten, die unter anderem die Tageszeitung Österreich  veröffentlicht hat, wirken sehr verstörend. Für den Mann gilt die Unschuldsvermutung.

Erst beim zweiten Todesfall in der selben Wohnung schöpfte die Polizei Verdacht

Der 52-Jährige wird verdächtigt, Mitte Mai und Ende September 2021 zwei Männern, die er auf einer Datingplattform für Schwule kennengelernt hat, während einer Chemsex-Session beim Slamming, der intravenösen Injektion von Drogen zum sexuellen Lustgewinn, eine Überdosis Liquid Ecstasy gespritzt haben. Zugetragen haben sich die Vorfälle in der Wohnung des Mannes in der Linzer Straße in Wien-Penzing.

Hellhörig wurden die Beamt:innen allerdings erst beim zweiten Todesfall in der selben Wohnung innerhalb von vier Monaten: Die Schwester des 43-jährigen Opfers, einem Iraker, erklärte der Polizei, dass er sich die Substanz nicht – wie vom Wohnungsinhaber behauptet – selbst gespritzt haben konnte: Eine Behinderung am rechten Arm hätte es ihm unmöglich gemacht, sich in den anderen Arm eine Spritze zu setzen, wird die Schwester in Österreich zitiert.

Dass der Mann der Polizei nicht schon vorher aufgefallen war, liegt unter anderem daran, dass die Behörden beim ersten Fall vor einem Jahr offenbar von einem „gewöhnlichen“ Drogentod ausgegangen waren. Im Zuge der Ermittlungen wegen des zweiten Todesfalls sahen sich die Beamt:innen auch die Akten des ersten Falles noch einmal genauer an – und stellten fest, dass auch er eine Einstichstelle am linken Ellbogen hatte, wie das zweite Opfer.

Der Verdächtige soll fast ein Monat mit der Leiche gelebt haben

Und auch sonst soll beim zweiten Todesfall einiges ungewöhnlich gewesen sein: So soll der 43-Jährige schon am 30. September gestorben sein – der Verdächtige ging aber erst am 25. Oktober zur Polizei, um zu erklären, in seiner Wohnung befinde sich eine Leiche. Der Mann sei „plötzlich verstorben“, so der Verdächtige. Polizisten entdeckten dann den leblosen Körper eines 43-jährigen Mannes unter dem Bett des Verdächtigen – laut Kronen Zeitung in einem Müllsack eingewickelt.

Die Ausweise des Mannes, der von Verwandten als abgängig gemeldet wurde, soll der Verdächtige verbrannt haben. Medienberichten zufolge soll es auch Hinweise geben, dass der 52-Jährige an der Leiche sexuelle Handlungen vorgenommen haben soll. 

Um zu klären, ob der Tatverdächtige zurechnungsfähig ist, hat die Justiz einen psychiatrischen Sachverständigen bestellt. Wenn er zurechnungsfähig ist, soll demnächst Anklage wegen zweifachen Mordes und schweren Raubes erhoben werden.