Trans Mann nach Attacke beim CSD Münster noch immer im Koma

Noch immer gibt es keine heiße Spur zum Täter

Sujetbild: Polizei Deutschland
Sujetbild - Adobe Stock

Malte C., jener trans Mann, der nach dem CSD Münster zusammengeschlagen wurde, liegt weiter im künstlichen Koma und ist nicht ansprechbar. Das hat der Verein Trans*Inter*-Münster, dem der Mann angehört, mitgeteilt. Unterdessen wird es klarer, wie der Angriff geschehen ist – die Suche nach dem Täter bleibt bis jetzt erfolglos.

Malte C. ist noch immer nicht ansprechbar

Über den weiteren Zustand des 25-Jährigen gibt es widersprüchliche Angaben: Gestern hatte die Polizei Münster bekanntgegeben, dass sich Malte C. nicht mehr in Lebensgefahr befinde. Heute widerspricht ihr Felix Adrian Schäper, Vorstand von Trans*Inter*-Münster: „Sein Zustand ist weiter lebensbedrohlich“, betont er.

Mittlerweile sind auch erste Informationen über die Umstände der Tat bekannt: Zeug:innen zufolge habe der unbekannte Angreifer zunächst mehrere Frauen unter anderem als „lesbische Hure“ beschimpft und sei dann drohend auf sie zugegangen.

Er wollte eine Frauengruppe vor einem Pöbler schützen

Daraufhin ist Malte C. eingeschritten und hat den Unbekannten gebeten, mit den Beleidigungen aufzuhören – woraufhin ihm der Angreifer unvermittelt mit der Faust ins Gesicht schlug. Der 25-Jährige verlor sein Gleichgewicht und wurde von dem Mann noch einmal mit der Faust ins Gesicht geschlagen. Malte C. verlor das Bewusstsein und schlug mit dem Kopf auf den harten Asphalt auf.

Weiterhin ist nicht klar, wer für die Tat verantwortlich ist. Wie die Polizei Münster berichtet, gebe es zwar zahlreiche Hinweise aus der Bevölkerung, aber noch keine konkrete Spur zu einem Tatverdächtigen. Zeug:innen zufolge sei er zu Fuß vom Tatort geflüchtet.

Die Polizei Münster bittet um Hinweise

Der unbekannte Angreifer soll zwischen 1,70 und 1,80 Meter groß, etwa 18 bis 20 Jahre alt und schmächtig sein. Er trug am CSD-Abend eine Jeans mit Schlag, ein T-Shirt und einen Anglerhut. Die Polizei bittet Menschen, die die Tat beobachtet haben, sich unter der Telefonnummer +49/(0)251/275-0 zu melden.

Die Tat hatte in Münster und ganz Deutschland für Entsetzen gesorgt. „Münster ist eine weltoffene, tolerante und bunte Stadt – meine besten Wünsche für den Betroffenen, seine Familie, Freunde und Freundinnen“, betonte der Münsteraner Oberbürgermeister Markus Lewe von der CDU.

„Community nicht einmal beim CSD sicher“

„Wenn unsere Community noch nicht einmal beim Christopher Street Day sicher ist, zeigt das, wie sehr LGBTIQ-feindliche Hasskriminalität unsere Freiheit einschränkt“, so Arnulf Sensenbrenner, Vorstandsmitglied des LSVD Nordrhein-Westfalen. Der Verband hoffe, dass sich Malte C. von dem brutalen Angriff wieder vollständig erholen könne.

„Die Polizei Münster und der polizeiliche Staatsschutz müssen diese transfeindliche Gewalttat schnell aufklären und als das einordnen, was sie ist: eine politisch motivierte Straftat“, betont Sensenbrenner. Ähnlich äußerte sich auch Sven Lehmann, Queer-Beauftragter der deutschen Bundesregierung.