Freitag, 24. Mai 2024
HomeNewsStars & PromisSchadenersatz-Prozess gegen Kevin Spacey hat begonnen

Schadenersatz-Prozess gegen Kevin Spacey hat begonnen

Es geht um 40 Millionen Dollar

Meistgelesen

Neu auf GGG.at

US-Schauspieler Kevin Spacey muss sich wegen sexueller Belästigung derzeit in New York einem Zivilprozess stellen: Dabei geht es um einen Vorfall aus dem Jahr 1986, als er den damals 14 Jahre alten Schauspieler Anthony Rapp während einer Party in Spaceys Haus sexuell belästigt haben soll. 

Spacey soll sich dem 14-jährigen Rapp im Schlafzimmer unangemessen genähert haben

Rapp, damals ein aufstrebender Kinderstar, sagte, der damals 26 Jahre alte Spacey habe ihn zu einer Party in seine Wohnung in Manhattan eingeladen und dann versucht, ihn im Schlafzimmer zu verführen, nachdem die anderen Gäste gegangen waren. 

Spacey, der damals seinen Durchbruch am Broadway hatte, soll Rapp betrunken hochgehoben und ihn aufs Bett gelegt haben, wo er auf ihn geklettert sei. Rapp sagte, er habe sich schnell weggedreht und sei gegangen.  

- Werbung -

Die Enthüllungen beendeten die Karriere von Kevin Spacey schnell

Vor knapp fünf Jahren machte der heute 50-jährige Rapp die Begegnung im Rahmen der MeToo-Bewegung öffentlich – und läutete damit das Ende der Karriere des 63-jährigen Oscar-Preisträgers ein. Es folgten mehr als 20 ähnliche Vorwürfe, unter anderem in London, wo sich Spacey nächstes Jahr einem Prozess stellen muss.

Auch aus der Netflix-Serie „House of Cards“ wurde Spacey geworfen – weil er sich auch am Set unangemessen verhalten haben soll. Der zweifache Oscar-Preisträger soll mit seinen Kommentaren und Übergriffen für ein „toxisches Arbeitsklima“ gesorgt haben. Damit habe er gegen seinen Vertrag verstoßen, ein Gericht in Kalifornien verurteilte ihn deshalb zu einer Geldstrafe von 31 Millionen Dollar.

Strafrechtlich sind die Vorwürfe mittlerweile verjährt – zivilrechtlich nicht

Da die Vorfälle, die Rapp Spacey vorwirft, mittlerweile strafrechtlich verjährt sind, hat der “Star Trek”-Schauspieler im November 2020 einen Zivilprozess angestrengt. In diesem geht es um 40 Millionen Dollar Schadenersatz für mentale und emotionale Schäden, Verdienstentgang und medizinische Kosten. Heute, Donnerstag, hat die Auswahl der Geschworenen begonnen. 

Kevin Spacey hat die Vorwürfe Rapps stets zurückgewiesen. In einer ersten Stellungnahme sagte er, er könne sich nicht an den Vorfall erinnern. Sollte er sich so zugetragen haben, “schulde ich ihm eine Entschuldigung von ganzem Herzen für etwas, das ein zutiefst unangemessenes Verhalten eines Betrunkenen war”. 

Spacey beteuert stets seine Unschuld

Mittlerweile haben Spaceys Anwälte die Strategie geändert. Sie behaupten nun, Rapp sei gar nicht bei der Party gewesen. „Wir freuen uns über einen Geschworenenprozess mit tatsächlichen Beweisen, im Gegensatz zu einem Tribunal in den Sozialen Medien”, sagte Spaceys Anwältin Jennifer Keller am Mittwoch. Mit einem Urteil wird in den nächsten zwei Wochen gerechnet.  

Neben der Klage in New York muss sich Spacey nächstes Jahr in London verantworten, wo er fünf zwischen 2005 und 2013 während seiner Zeit als künstlerischer Leiter des Old Vic Theatres fünf Sexualstraftaten begangen haben soll.  Im Jahr 2016 soll er einen 18-Jährigen in einer Bar in Massachusetts unsittlich berührt haben. Die Anklage wurde allerdings fallengelassen, da das mutmaßliche Opfer die Aussage verweigert hat. Auch diese Vorwürfe hat Kevin Spacey stets zurückgewiesen