HOSI Salzburg und Erzdiözese starten öffentlichen Dialog

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Bei einer Podiumsdiskussion am Mittwoch sind zum ersten Mal Vertreter der Erzdiözese Salzburg und der HOSI Salzburg miteinander aufgetreten. Und mehr Miteinander in der gemeinsamen Arbeit war auch das Thema der Diskussion im Afro-Asiatischen Institut.

„Der Glaube soll Ressource sein und nicht Hindernis für ein erfülltes Leben“

„Der Glaube soll Ressource sein und nicht Hindernis für ein erfülltes Leben“, sagt Conny Felice, Geschäftsführerin der HOSI Salzburg. Und fügt hinzu: „Aber selbstverständlich gibt es dazu auch innerhalb der LGBTIQ-Community unterschiedliche Ansichten.“ 

Dabei müssen Glaube und Sexualität nicht im Widerspruch stehen, ist Felice überzeugt. Das sieht auch Lucia Greiner, Leiterin des Seelsorgeamts der römisch-katholischen Kirche in Salzburg, so – auch, wenn sie weiß, dass es innerhalb der Kirche noch immer zu Ausgrenzung und Diskriminierung queerer Menschen kommt.

Denn auf der einen Seite gebe es Strömungen, die gleichgeschlechtliche Partnerschaften nach wie vor als Sünde bezeichnen. Gleichzeitig herrsche vielmals auch Einigkeit darüber, dass Diskriminierung abzulehnen ist. „Genau dieses Spannungsverhältnis wollen wir mithilfe des Podiumsgesprächs aufzeigen“, erklärt Greiner.

Regenbogenpastoral soll Ansprechstelle für queere Gläubige sein

Um die Situation für queere Menschen in der Erzdiözese zu verbessern, sei eigens ein Regenbogenpastoral eingerichtet worden. So soll die LGBTI-Community eine Ansprechstelle haben, erklärt Greiner. Dabei gehe es auch darum, das, was an „Sprachfähigkeit, Wissen und Erfahrungen“ bereits vorhanden sei, besser zu vernetzen.

„Die Intention war, dass wir als kirchliche Einrichtungen, jeweils Einzelinitiativen gehabt haben, die auch schon von langer Dauer waren. Dann haben wir gesagt – angestoßen durch den Zukunftsprozess – dass wir versuchen, uns stärker auszutauschen“, erklärt Greiner.

Ausstellung in der Kollegienkirche

Einen Austausch, den es zwischen der Erzdiözese und der HOSI Salzburg im Stillen schon länger gibt. Schon seit Jahren gebe es Gespräche, auch mit dem Salzburger Erzbischof sei man in regelmäßigem Kontakt. Mit der gemeinsamen Veranstaltung wolle man diesen Dialog nun auch sichtbar machen.

Auf das Spannungsverhältnis zwischen queeren Menschen und der römisch-katholischen Kirche will auch eine gemeinsame Ausstellung in der Salzburger Kollegienkirche aufmerksam machen. Dort sind täglich Berichte von Menschen ausgestellt, die aufgrund ihrer sexuellen Orientierung oder Geschlechtsidentität Ausgrenzung und Diskriminierung von der Kirche erfahren haben. Sie ist noch bis 8. Jänner zu sehen.