Samstag, 20. Juli 2024
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Drei schwulenfeindliche Vorfälle zum Jahreswechsel in Berlin

Drei queerfeindliche Vorfälle zum Jahreswechsel meldet die Berliner Polizei. In den Stadtteilen Schöneberg und Hellersdorf haben Unbekannte Männer schwulenfeindlich beschimpft und geschlagen, in Prenzlauer Berg wurde ein 50-Jähriger wegen einer homophoben Beleidigung festgenommen.

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Der erste Vorfall ereignete sich zu Silvester gegen 16.00 Uhr: Zivilfahnder bemerkten in einem Imbiss in der Landsberger Allee, dass ein 50-Jähriger einen 35 Jahre alten Gast während eines Streits schwulenfeindlich beleidigte. 

Die Einsatzkräfte gaben sich als Polizisten zu erkennen, stellten die Personalien des mutmaßlichen Pöblers fest und leiteten ein Ermittlungsverfahren wegen Beleidigung ein. Nach Abschluss der Maßnahmen wurde der 50-Jährige aus dem Polizeigewahrsam entlassen.

Im Herzen des Regenbogenkiez beleidigt und geschlagen

Der zweite Vorfall ereignete sich gegen 1.40 Uhr im Berliner Regenbogenkiez: Ein 35-Jähriger und sein 30 Jahre alter Begleiter wurden am Nollendorfplatz aus einer fünfköpfigen Personengruppe heraus angesprochen und schwulenfeindlich beleidigt.

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Als der 30-Jährige die Pöbler nach dem Grund der Beleidigung fragte, sollen ihn zwei Personen aus der Gruppe zunächst getreten und dann mit ihren Fäusten ins Gesicht geschlagen haben, sodass er zu Boden ging. Die drei anderen Mitglieder der Gruppe sollen unterdessen versucht haben, den Streit zu schlichten. 

Die Angreifer konnten unerkannt flüchten

Als der 35-Jährige seinem Freund zu Hilfe kommen wurde, stürzte er und erlitt Hautabschürfungen an den Knien. Der 30-Jährige erlitt bei dem Angriff Verletzungen im Gesicht und an einem Knie. Eine Behandlung in einem herbeigerufenen Rettungswagen lehnten beide Männer ab.

Die Gruppe mit den Angreifern konnte unterdessen unerkannt flüchten. Die Berliner Polizei ermittelt wegen Beleidigung und gefährlicher Körperverletzung. Nähere Angaben zu den Angreifern sind nicht bekannt.

Streit in einer Hellersdorfer Bar

Der dritte Vorfall geschah am Neujahrsmorgen gegen 7.00 Uhr in einer Bar in der Stendaler Straße. Ein 48 Jahre alter Mann, der mit zwei Bekannten in der Bar war, soll von einem Unbekannten zunächst schwulenfeindlich beleidigt und dann ins Gesicht geschlagen worden sein.

Dabei wurde der 48-Jährige im Gesicht leicht verletzt, er lehnte eine ärztliche Behandlung aber ab. Eine Suche nach dem Tatverdächtigen verlief ohne Erfolg.

Wie bei mutmaßlichen Hassverbrechen üblich, hat der Polizeiliche Staatsschutz beim Landeskriminalamt Berlin bei sämtlichen Vorfällen die Ermittlungen übernommen.