Samstag, 13. April 2024
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2.211 Jahre Haft für Anschlag auf queeren Club in Colorado Springs

Jene Person, die im November 2022 in einen vollbesetzten queeren Club in Colorado Springs gefeuert hat und dabei fünf Menschen getötet und 19 verletzt hatte, ist nun zu mehreren lebenslangen Haftstrafen verurteilt worden.

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Es war in der Nacht vom 19. auf den 20. November 2022, als Anderson Lee Aldrich in Colorado Springs in den vollbesetzten „Club Q“ ging und sofort mit einem Sturmgewehr und einer Handfeuerwaffe das Feuer eröffnete. Fünf Besucher des queeren Clubs starben, 19 wurden durch die Schüsse verletzt, bevor zwei Gäste des Clubs den Anschlag stoppen konnten.

Keine Aussicht auf Bewährung

Nun hat ein Gericht Aldrich wegen Mordes zu fünfmal lebenslanger Haft ohne Aussicht auf Bewährung verurteilt und wegen 46-fachen versuchten Mordes zu 2.211 Jahren Haft. Die Strafen werden gemäß der Vereinbarung mit der Staatsanwaltschaft aufaddiert. Insgesamt hatte die Staatsanwaltschaft Aldrich wegen mehr als 300 Straftaten angeklagt.

Aldrich hatte sich in fünf Fällen des Mordes, in 46 Fällen des versuchten Mordes und in zwei Fällen eines auf Vorurteilen basierenden Hassverbrechens schuldig bekannt. Damit wird den Angehörigen der Opfer ein langer und möglicherweise schmerzvoller Prozess erspart.

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Die Todesstrafe ist noch nicht vom Tisch

Doch das könnte noch nicht das Ende der gerichtlichen Aufarbeitung des Anschlags sein. Denn eine Ermittlung der Bundesbehörden wurde eingeleitet und dauere noch an. Bei einer Verurteilung nach Bundesrecht droht Aldrich die Todesstrafe, die in Colorado 2020 abgeschafft wurde.

Der Verteidigung zufolge identifiziert sich Aldrich als nicht-binär. Medienberichten zufolge haben Nachbar:innen allerdings gesagt, dass sich Aldrich häufig feindlich gegenüber sexuellen Minderheiten geäußert hätte und von Familienmitgliedern als Mann angesprochen wurde.

Das Motiv für den Anschlag bleibt weiterhin unklar. Aldrich selbst sagte der Nachrichtenagentur AP, dass der Angriff im Drogenrausch geschehen sei. Doch dem widersprechen Zeug:innen und Angehörige der Opfer. Sie sagen, die Tat sei geplant gewesen und kalkuliert ausgeführt worden.

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