Mittwoch, 17. Juli 2024
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Genf: Insgesamt sechster Patient von HIV geheilt

Auch die Universitätsklinik Genf meldet die Heilung eines Patienten mit HIV. Es ist der sechste Fall weltweit - und er unterscheidet sich in einigen Details von den fünf bisher bekannten.

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Es handelt sich um einen HIV-positiven Patienten, dem wegen einer besonders aggressiven Form von Blutkrebs im Jahr 2018 Knochenmark transplantiert wurde. Einen Monat nach der Transplantation zeigten die Tests, dass die Blutzellen des Patienten vollständig durch die Zellen des Spenders ersetzt wurden. Gleichzeitig gingen die HIV-tragenden Zellen drastisch zurück.

Daraufhin wurde seine antiretrovirale Therapie schrittweise reduziert und im November 2021 endgültig eingestellt. Bis heute konnte das Virus in seinem Körper nicht mehr nachgewiesen werden. „Was mir passiert ist, ist wunderschön, magisch, wir blicken optimistisch in die Zukunft“, so der Patient, der seit den frühen 1990er Jahren mit HIV gelebt hat. Er wäre somit der sechste Mensch, der nach einer Knochenmark-Transplantation wahrscheinlich von HIV geheilt wurde.

Der Spender hatte im Gegensatz zu anderen nicht eine Genmutation, die vor HIV immun macht

Doch es gibt einen entscheidenen Unterschied: Bis jetzt hatten alle Spender:innen der geheilten Patienten die seltene Genmutation CCR5 delta 32, die Zellen von Natur aus gegen HIV resistent macht. In diesem Fall hatte der Spender diese Mutation nicht. Das macht den Fall für die Forschung so spannend – und könnte zu neuen Erkenntnissen im Kampf gegen HIV führen.

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Die Genfer Universitätsklinik (HUG) hat bei der Studie zu diesem Fall mit dem Pariser Institur Pasteur zusammengearbeitet, das in der HIV-Forschung zu den weltweit führenden Forschungseinrichtungen gehört. Die Studie zu diesem Fall soll im Rahmen des 26. Kongresses der International AIDS Society, der am Sonntag im australischen Brisbane beginnt, vorgestellt werden.