Mittwoch, 24. Juli 2024
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Nach Angriff auf zwei Frauen: Demonstration gegen Queerfeindlichkeit in Berlin

In Berlin-Kreuzberg haben am Donnerstag rund 450 Menschen gegen Queerfeindlichkeit protestiert. Anlass war ein Angriff auf zwei Frauen im Juli.

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Der Vorfall ereignete sich am 6. Juli in der Reichenberger Straße in Kreuzberg: Vier Männer hatten zwei Frauen, 27 und 31 Jahre alt, queerfeindlich beleidigt, sie zu Boden gebracht, getreten und geschlagen. Keiner half den Frauen, sie mussten im Krankenhaus ambulant behandelt werden.

Von queerfeindlicher Gewalt nicht einschüchtern lassen

Aus Protest gegen queerfeindliche Gewalt wie diese sind am Donnerstag rund 450 Demonstrant:innen in Kreuzberg auf die Straße gegangen. Das Motto der Demonstration: „Wir lassen uns von An­ti­fe­mi­nis­t*in­nen und Homofeinden nicht einschüchtern. Das ist unser Kiez, das ist unsere Straße!“

Explizit zur Demo eingeladen waren auch explizit Allies, die „es satt haben, Angst um uns, unsere Freund*innen, Ge­nos­s*in­nen und Familie zu haben.“ Die Demonstration ging vom Spreewaldplatz aus durch den Stadtteil. Zurück am Spreewaldplatz gab es eine Abschlusskundgebung.

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Am Montag soll eine zweite Kundgebung stattfinden

Eine zweite Kundgebung gegen Queerfeindlichkeit ist am Montag um 18.00 Uhr in Neukölln geplant. Sie soll vor jenem Büro von RuT, einer Initiative lesbischer Frauen, stattfinden, die in der Nacht auf Montag zum Ziel eines Brandanschlages wurde. Als dringend tatverdächtig wurde am Mittwoch ein 63 Jahre alter Mann verhaftet.

Es war nicht das einzige Hassverbrechen, dem der deutsche Staatsbürger verdächtigt wird: So soll er auch versucht haben, das Denkmal für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen durch einen brennenden Gegenstand zu beschädigen.

Außerdem soll er eine Bücherbox am Holocaust-Mahnmal „Gleis 17“ im Berliner Grunewald angezündet haben. Die Ermittlungen, ob er auch für weitere minderheitenfeindliche Anschläge verantwortlich ist, laufen noch, der Mann sitzt in Untersuchungshaft. Sein Motiv ist noch unklar.